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Energieausweis verstehen: Was Mieter wissen müssen (2025)

Was bedeuten die Zahlen im Energieausweis? Energieeffizienzklassen A+ bis H erklärt – und was das für deine Heizkosten bedeutet.

HT
HeizkostenChecker Team
5 Min. Lesezeit

Der Energieausweis ist wie ein Zeugnis für Gebäude: Er zeigt, wie viel Energie ein Haus verbraucht. Aber was bedeuten die bunten Balken und Zahlen eigentlich? Und was sagt der Ausweis über deine zukünftigen Heizkosten aus?

In diesem Artikel erfährst du, wie du den Energieausweis liest und welche Schlüsse du daraus ziehen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Energieeffizienzklassen von A+ (sehr gut) bis H (schlecht)
  • Kennwert in kWh/m²/Jahr: Je niedriger, desto besser
  • Zwei Typen: Bedarfsausweis (berechnet) und Verbrauchsausweis (gemessen)
  • Pflicht: Vermieter muss Ausweis bei Besichtigung vorlegen
  • Heizkosten-Indikator: Hohe Klasse = wahrscheinlich hohe Kosten

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis ist ein standardisiertes Dokument, das die Energieeffizienz eines Gebäudes bewertet. Er ist seit 2014 nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) (öffnet in neuem Tab) Pflicht und muss bei Vermietung oder Verkauf vorgelegt werden.

Die zwei Ausweistypen

1. Bedarfsausweis

  • Basiert auf technischer Berechnung
  • Berücksichtigt Dämmung, Heizungstyp, Fenster
  • Unabhängig vom tatsächlichen Nutzerverhalten
  • Aussagekräftiger für die Gebäudequalität

2. Verbrauchsausweis

  • Basiert auf tatsächlichem Verbrauch der letzten 3 Jahre
  • Abhängig vom Heizverhalten der Bewohner
  • Günstiger in der Erstellung
  • Weniger aussagekräftig bei Nutzerwechsel

Welcher Ausweis ist besser?

Der Bedarfsausweis ist objektiver, weil er das Gebäude selbst bewertet. Der Verbrauchsausweis kann verfälscht sein, wenn die Vorbewohner besonders viel oder wenig geheizt haben.

Die Energieeffizienzklassen

Seit 2014 werden Gebäude in Effizienzklassen von A+ bis H eingeteilt:

KlasseKennwert (kWh/m²/Jahr)BewertungTypisches Gebäude
A+unter 30OptimalPassivhaus
A30–50Sehr gutKfW-Effizienzhaus
B50–75GutNeubau nach EnEV 2016
C75–100BefriedigendSanierter Altbau
D100–130AusreichendTeilsanierter Altbau
E130–160MangelhaftUnsanierter Altbau
F160–200UngenügendAltbau ohne Dämmung
G200–250SchlechtStark sanierungsbedürftig
Hüber 250Sehr schlechtEnergieschleuder

Was bedeutet der Kennwert?

Der Endenergiebedarf (oder -verbrauch) in kWh/m²/Jahr gibt an, wie viel Energie das Gebäude pro Quadratmeter und Jahr benötigt.

Beispiel:

  • Kennwert: 150 kWh/m²/Jahr (Klasse E)
  • Wohnfläche: 70 m²
  • Geschätzter Energiebedarf: 70 × 150 = 10.500 kWh/Jahr

Was sagt der Energieausweis über Heizkosten?

Der Energieausweis ist ein Indikator, aber keine Garantie für deine tatsächlichen Heizkosten.

Grobe Kostenabschätzung

Mit dem Kennwert kannst du die ungefähren Heizkosten abschätzen:

EffizienzklasseKennwertHeizkosten bei 70m² (Gas)
A/B50–75ca. 400–600 €/Jahr
C/D75–130ca. 600–1.000 €/Jahr
E/F130–200ca. 1.000–1.500 €/Jahr
G/Hüber 200über 1.500 €/Jahr

Hinweis: Die tatsächlichen Kosten hängen auch vom Energiepreis und deinem Heizverhalten ab.

Der Zusammenhang mit CO2-Kosten

Seit 2023 gilt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz: Je schlechter die Energieeffizienz, desto mehr CO2-Kosten muss der Vermieter tragen:

KlasseVermieteranteil CO2
A+/A0%
B/C10–30%
D/E30–50%
F/G50–80%
H90%

Mehr dazu in unserem Artikel CO2-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter.

Dein Recht auf den Energieausweis

Wann muss der Vermieter vorlegen?

Der Vermieter muss den Energieausweis unaufgefordert zeigen:

  • Bei der Wohnungsbesichtigung (spätestens)
  • In Immobilienanzeigen (Pflichtangaben)

Was muss in der Anzeige stehen?

Seit 2014 müssen Immobilienanzeigen enthalten:

  • Art des Ausweises (Bedarf/Verbrauch)
  • Energiekennwert in kWh/m²/Jahr
  • Energieeffizienzklasse
  • Wesentlicher Energieträger (Gas, Öl, etc.)
  • Baujahr des Gebäudes

Was tun, wenn der Vermieter keinen Ausweis hat?

Ohne gültigen Energieausweis drohen dem Vermieter Bußgelder bis zu 15.000 €. Du kannst:

  • Die Vorlage einfordern
  • Bei der unteren Bauaufsichtsbehörde melden

Grenzen des Energieausweises

Der Energieausweis hat auch Schwächen:

Was er NICHT zeigt

  • Zustand der Heizungsanlage
  • Tatsächliches Nutzerverhalten
  • Individuelle Wohnungslage (EG, DG)
  • Qualität der Heizkörper
  • Warmwasserverbrauch (oft nicht enthalten)

Verbrauchsausweis mit Vorsicht genießen

Ein niedriger Verbrauchswert kann bedeuten:

  • Das Gebäude ist effizient ODER
  • Die Vorbewohner haben wenig geheizt

Umgekehrt kann ein hoher Wert an energieintensivem Nutzerverhalten liegen.

Häufige Fragen zum Energieausweis

Was ist besser: Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?
Der Bedarfsausweis ist objektiver, weil er auf einer technischen Berechnung basiert und nicht vom Nutzerverhalten abhängt. Der Verbrauchsausweis zeigt den tatsächlichen Verbrauch der Vorbewohner, was bei einem Mieterwechsel weniger aussagekräftig ist.
Muss mir der Vermieter den Energieausweis zeigen?
Ja, der Vermieter muss den Energieausweis spätestens bei der Wohnungsbesichtigung unaufgefordert vorlegen. In Immobilienanzeigen müssen zudem die wichtigsten Energiekennwerte genannt werden.
Was bedeutet die Energieeffizienzklasse für meine Heizkosten?
Die Klasse gibt einen Anhaltspunkt: A/B bedeutet niedrige Kosten, G/H hohe Kosten. Bei Klasse E mit 150 kWh/m² und einer 70m²-Wohnung kannst du mit etwa 10.500 kWh Energiebedarf pro Jahr rechnen.
Wie alt darf ein Energieausweis sein?
Ein Energieausweis ist 10 Jahre gültig. Danach muss ein neuer erstellt werden. Bei wesentlichen Änderungen am Gebäude (z.B. Dämmung, neues Dach) sollte auch früher ein neuer Ausweis erstellt werden.
Was bedeutet der Primärenergiebedarf im Ausweis?
Der Primärenergiebedarf berücksichtigt auch die Energie, die für Gewinnung und Transport des Energieträgers benötigt wird. Er ist für die CO2-Bilanz relevant, aber für deine Heizkosten zählt der Endenergiebedarf.
HT

HeizkostenChecker Team

Veröffentlicht am 15. Januar 2025

Themen:EnergieausweisEnergieeffizienzHeizkostenMietrecht

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