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Heizkosten sparen: 15 Tipps für Mieter (bis zu 400€/Jahr)

90% aller Haushalte heizen zu teuer. Mit diesen 15 Tipps senkst du deine Heizkosten sofort – ohne zu frieren. Plus: Abrechnung prüfen und noch mehr sparen.

HT
HeizkostenChecker Team
10 Min. Lesezeit

400 Euro. So viel könnten 90% aller deutschen Haushalte pro Jahr an Heizkosten sparen – ohne auf Komfort zu verzichten. Das zeigt der aktuelle Heizspiegel 2025.

Die meisten zahlen trotzdem zu viel. Entweder, weil sie nicht wissen, wie sie effizient heizen. Oder weil sie ihre Heizkostenabrechnung nie geprüft haben.

Das ändern wir jetzt. In diesem Artikel zeige ich dir 15 praktische Tipps, mit denen du sofort Heizkosten sparst – von kostenlosen Verhaltensänderungen bis zu kleinen Investitionen, die sich schnell rechnen. Plus: Warum die Prüfung deiner Abrechnung der unterschätzte Spartipp ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes Grad weniger spart 6% Heizenergie
  • Heizkörper entlüften: bis zu 50€/Jahr Ersparnis
  • Stoßlüften statt Kipplüften: bis zu 200€/Jahr
  • Programmierbare Thermostate: 10-15% Ersparnis
  • Abrechnungsprüfung: Bis zu 15% Kürzungsrecht bei Fehlern
  • 90% der Haushalte könnten ~400€/Jahr sparen

Warum Heizkosten sparen 2025 wichtiger ist denn je

Die Energiepreise steigen wieder. Nach der kurzen Entspannung 2024 zeigt der Heizspiegel 2025: Gaspreise ziehen um etwa 15% an, Holzpellets sogar um 20%. Dazu kommt der CO2-Preis, der 2025 auf 55 Euro pro Tonne steigt.

Was Heizen aktuell kostet

Die Unterschiede je nach Heizart sind enorm. Hier die aktuellen Durchschnittswerte für eine 70-m²-Wohnung:

HeizartDurchschnitt (€/m²/Jahr)Kosten 70m²-Wohnung
Gas16,86 €1.180 €
Heizöl15,07 €1.055 €
Fernwärme17,79 €1.245 €
Wärmepumpe10,21 €715 €
Holzpellets10,57 €740 €

Quelle: Heizspiegel 2025 (co2online/Deutscher Mieterbund)

Das bedeutet: Bei einer durchschnittlichen Gasheizung zahlst du fast 100 Euro pro Monat nur fürs Heizen. Da lohnt sich jede Ersparnis.

Aber hier ist die gute Nachricht: Du hast mehr Einfluss auf deine Heizkosten, als du denkst – auch als Mieter.

Sofort-Tipps: Heizkosten senken ohne einen Cent auszugeben

Diese sechs Tipps kosten dich nichts außer etwas Aufmerksamkeit. Die Wirkung ist trotzdem enorm.

Tipp 1: Raumtemperatur um 1 Grad senken

Der einfachste und effektivste Tipp überhaupt: Jedes Grad weniger spart etwa 6% Heizenergie. Das sind bei einer 70-m²-Wohnung mit Gasheizung rund 70 Euro pro Jahr – pro Grad.

Dabei musst du nicht frieren. Empfohlene Temperaturen:

RaumEmpfohlene TemperaturThermostatstufe
Wohnzimmer20-21°C3
Schlafzimmer16-18°C2
Küche18-20°C2-3
Bad22-24°C3-4
Flur15-16°C1-2

Rechenbeispiel: Du senkst die Temperatur im Wohnzimmer von 22°C auf 20°C. Bei 1.180 Euro Jahresheizkosten (Gas, 70m²) sparst du etwa 12% = 140 Euro pro Jahr.

Tipp 2: Heizkörper entlüften

Wenn dein Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt, obwohl er aufgedreht ist, ist Luft im System. Das bedeutet: Er heizt ineffizient und verbraucht mehr Energie.

So entlüftest du in 5 Minuten:

  1. Heizung aufdrehen und 10 Minuten warten
  2. Entlüftungsschlüssel am Ventil ansetzen (gibt's im Baumarkt für 2-3€)
  3. Gefäß unter das Ventil halten
  4. Ventil vorsichtig öffnen, bis Wasser kommt
  5. Ventil wieder schließen

Ersparnis: Bis zu 50 Euro pro Jahr in einer Mietwohnung.

Tipp 3: Heizkörper freihalten und reinigen

Dein Heizkörper strahlt Wärme ab – aber nur, wenn er frei steht. Möbel, Vorhänge oder Wäscheständer vor dem Heizkörper blockieren bis zu 20% der Wärmeabgabe.

Die Regeln:

  • Mindestens 30 cm Abstand zwischen Möbeln und Heizkörper
  • Lange Vorhänge nicht vor den Heizkörper hängen lassen
  • Heizkörper regelmäßig abstauben (Staub isoliert!)

Tipp 4: Stoßlüften statt Kipplüften

Kipplüften ist einer der größten Energiekiller. Das dauerhaft gekippte Fenster kühlt die Wände aus, die Heizung arbeitet auf Hochtouren – und du zahlst doppelt.

Die bessere Alternative: Stoßlüften

  • Fenster weit öffnen (am besten Durchzug)
  • 5-10 Minuten lüften
  • Dabei Heizung runterdrehen
  • Fenster wieder schließen, Heizung wieder auf

Ersparnis: Bis zu 200 Euro pro Jahr im Vergleich zu Dauerkippen.

Bonus: Stoßlüften verhindert auch Schimmel, weil die Feuchtigkeit schnell abtransportiert wird.

Tipp 5: Rollläden und Vorhänge nutzen

Nachts geht viel Wärme über die Fenster verloren – besonders bei älteren Fenstern ohne gute Wärmedämmung.

Was hilft:

  • Rollläden abends runterlassen: bis zu 20% weniger Wärmeverlust
  • Vorhänge zuziehen (besonders dicke, schwere Stoffe)
  • Tagsüber Sonnenwärme reinlassen: Vorhänge auf der Südseite öffnen

Tipp 6: Türen zu unbeheizten Räumen schließen

Klingt banal, wird aber oft vergessen: Halte Türen zu unbeheizten oder weniger beheizten Räumen geschlossen.

  • Schlafzimmertür nachts schließen (wenn das Schlafzimmer kühler sein soll)
  • Tür zum Keller/Treppenhaus geschlossen halten
  • Badezimmertür nach dem Duschen schließen (verhindert Feuchtigkeitsausbreitung)

Kleine Investitionen mit großer Wirkung

Diese vier Tipps kosten etwas Geld – rechnen sich aber meist innerhalb eines Jahres.

Tipp 7: Programmierbare Thermostate (ab 40€)

Smarte oder programmierbare Thermostate sind einer der besten Investitionen fürs Energiesparen. Sie senken die Temperatur automatisch, wenn du nicht da bist oder schläfst.

Die Vorteile:

  • Automatische Absenkung nachts und bei Abwesenheit
  • Kein Aufheizen von leeren Räumen
  • Bei Smart-Thermostaten: Steuerung per App
  • Manche erkennen offene Fenster und drehen ab

Ersparnis: 10-15% der Heizkosten, bei 1.180€ also 120-180€ pro Jahr

Kosten: Ab 40€ pro Thermostat (einfache programmierbare), 60-100€ für smarte Varianten

Wichtig für Mieter: Du darfst die Thermostate selbst austauschen – musst aber die alten aufbewahren und bei Auszug wieder montieren.

Tipp 8: Fenster und Türen abdichten (5-20€)

Zugluft ist ein stiller Wärmekiller. Durch undichte Fenster und Türen entweicht warme Luft, kalte strömt nach.

Die Lösung:

  • Dichtungsband für Fenster (2-5€ im Baumarkt)
  • Türdichtungen oder Bürstendichtungen für die Haustür (5-15€)
  • Zugluftstopper/Türschlangen für den Spalt unter der Tür (5-10€)

Test: Halte eine brennende Kerze an die Fensterränder. Flackert sie, ist die Stelle undicht.

Tipp 9: Reflexionsfolie hinter Heizkörpern (10-30€)

Heizkörper an Außenwänden strahlen einen Teil ihrer Wärme direkt nach draußen ab. Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper wirft die Wärme zurück in den Raum.

So geht's:

  • Reflexionsfolie im Baumarkt kaufen (auch als "Dämmtapete für Heizkörpernischen")
  • Hinter den Heizkörper kleben oder klemmen
  • Besonders wirksam bei alten Gebäuden mit schlecht gedämmten Außenwänden

Ersparnis: 5-10% der Heizkosten des betroffenen Raums

Tipp 10: Wassersparduschkopf (20-40€)

Warmwasser macht 10-20% deiner Heizkosten aus. Ein Sparduschkopf reduziert den Wasserverbrauch um bis zu 50% – bei gleichem Duschgefühl.

Wie er funktioniert:

  • Luft wird ins Wasser gemischt
  • Der Strahl fühlt sich gleich an, verbraucht aber weniger
  • Einfacher Austausch, keine Genehmigung nötig

Ersparnis: Bis zu 100€ pro Jahr (Wasser + Energie)

Was Mieter dürfen – und was nicht

Als Mieter hast du begrenzte Möglichkeiten, an der Heizungsanlage selbst etwas zu ändern. Aber mehr, als du vielleicht denkst.

Das darfst du ohne Genehmigung:

  • ✅ Thermostatventile austauschen (alte aufbewahren!)
  • ✅ Dichtungsbänder an Fenstern anbringen
  • ✅ Reflexionsfolie hinter Heizkörpern anbringen
  • ✅ Türdichtungen installieren
  • ✅ Duschkopf austauschen
  • ✅ Dein Heiz- und Lüftungsverhalten ändern
  • ✅ Vorhänge, Rollläden, Zugluftstopper nutzen

Das brauchst du die Genehmigung des Vermieters:

  • ❌ Heizkörper demontieren oder versetzen
  • ❌ An der Heizungsanlage arbeiten
  • ❌ Fenster oder Türen austauschen
  • ❌ Außendämmung anbringen
  • ❌ Wände isolieren

Das kannst du vom Vermieter verlangen:

  • Eine funktionierende Heizung (auch bei Defekt schnelle Reparatur)
  • Mindesttemperatur 20°C im Wohnzimmer während der Heizperiode (1. Oktober - 30. April)
  • Reparatur defekter Thermostate
  • Entlüftung der zentralen Heizungsanlage, wenn nötig

Der unterschätzte Spartipp: Heizkostenabrechnung prüfen

Bisher ging es um Verhalten und kleine Investitionen. Aber es gibt noch einen Spartipp, den die wenigsten kennen: Deine Heizkostenabrechnung prüfen.

Laut Studien enthält jede dritte Heizkostenabrechnung zu hohe Heiznebenkosten. Bei Betriebskostenabrechnungen insgesamt sind es sogar 50-90% mit Fehlern.

Die 3 häufigsten Spar-Fehler in Abrechnungen

1. Heizkosten werden nicht nach Verbrauch abgerechnet

Laut Heizkostenverordnung müssen mindestens 50% deiner Heizkosten nach deinem tatsächlichen Verbrauch berechnet werden. Passiert das nicht, hast du ein Kürzungsrecht von 15%.

Rechenbeispiel: Bei 1.180€ Heizkosten (Gas) = 177€ Ersparnis

Mehr dazu: Heizkostenabrechnung kürzen: Dein 15%-Recht

2. Fernablesbare Zähler fehlen

Seit 2022 müssen alle Zähler und Heizkostenverteiler fernablesbar sein. Außerdem musst du monatliche Verbrauchsinformationen bekommen. Fehlt das, darfst du 3% kürzen.

Rechenbeispiel: Bei 1.180€ = 35€ Ersparnis

3. Reparaturen statt Wartung abgerechnet

Wartungskosten (z.B. jährliche Heizungswartung) sind umlagefähig. Reparaturen (z.B. defektes Ventil ersetzen) nicht. Viele Vermieter rechnen beides ab – oft versteckt unter "Instandhaltung".

Mehr dazu: Häufige Fehler in der Heizkostenabrechnung


Wie viel zahlst du zu viel? Unser Schnellcheck zeigt dir in 10 Sekunden, ob deine Abrechnung Fehler enthält – kostenlos und ohne Anmeldung.

Bist du im grünen Bereich? Die Heizkosten-Ampel

Wie weißt du, ob deine Heizkosten normal sind? Nutze die Vergleichswerte des Heizspiegels 2025:

BewertungGas (€/m²)Öl (€/m²)Fernwärme (€/m²)Wärmepumpe (€/m²)
🟢 Günstigunter 12,50unter 11,50unter 13,50unter 7,50
🟡 Normal12,50-18,5011,50-16,5013,50-19,507,50-11,50
🟠 Erhöht18,50-24,0016,50-21,5019,50-25,5011,50-16,00
🔴 Zu hochüber 24,00über 21,50über 25,50über 16,00

So berechnest du deinen Wert:

  1. Nimm deine jährlichen Heizkosten aus der Abrechnung
  2. Teile sie durch deine Wohnfläche in m²
  3. Vergleiche mit der Tabelle

Beispiel: 1.400€ Heizkosten bei 70m² = 20€/m² → Bei Gas wäre das erhöht (🟠)

Für eine genauere Berechnung nutze unseren Heizkosten-Rechner.

Häufige Fragen zum Heizkosten sparen

Wie viel kann ich als Mieter bei den Heizkosten sparen?
Durch Verhaltensänderungen und kleine Investitionen sind 10-20% Ersparnis realistisch – bei einer 70m²-Wohnung mit Gasheizung also 120-240€ pro Jahr. Dazu kommen mögliche Einsparungen durch die Prüfung deiner Abrechnung: Bei Fehlern ist ein Kürzungsrecht von bis zu 15% möglich.
Wie senke ich die Heizkosten, ohne zu frieren?
20-21°C im Wohnzimmer reichen völlig aus und sind nicht zu kühl. Trage zu Hause warme Kleidung und nutze Decken auf dem Sofa. Nachts und in wenig genutzten Räumen kannst du auf 16-18°C absenken. Wichtig: Nie unter 16°C, sonst droht Schimmelgefahr.
Darf ich als Mieter die Thermostate austauschen?
Ja, das darfst du ohne Genehmigung. Wichtig: Bewahre die alten Thermostate auf und montiere sie bei Auszug wieder. Programmierbare oder smarte Thermostate kosten ab 40€ und sparen 10-15% Heizkosten.
Was kostet jedes Grad Raumtemperatur mehr?
Jedes Grad mehr kostet etwa 6% mehr Heizenergie. Bei einer Gasheizung in einer 70m²-Wohnung (1.180€/Jahr) bedeutet 1 Grad mehr also rund 70€ Mehrkosten pro Jahr. Umgekehrt: 1 Grad weniger spart 70€.
Wann lohnt sich ein Wechsel zu programmierbaren Thermostaten?
Fast immer. Bei Kosten ab 40€ pro Thermostat und einer Ersparnis von 10-15% amortisiert sich die Investition in weniger als einem Jahr. Besonders sinnvoll, wenn du regelmäßig außer Haus bist oder nachts die Temperatur absenken willst.
Ist Stoßlüften wirklich besser als Kipplüften?
Ja, deutlich. Beim Kipplüften kühlen die Wände aus und die Heizung arbeitet gegen das offene Fenster an. Beim Stoßlüften (5-10 Minuten, Fenster weit auf) wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen. Ersparnis: bis zu 200€/Jahr.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Die genannten Einsparwerte sind Richtwerte und können je nach Gebäude, Heizungsanlage und individuellem Verhalten abweichen.


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Quellen:

HT

HeizkostenChecker Team

Veröffentlicht am 14. Januar 2025

Themen:Heizkosten sparenHeizungMieter TippsEnergiesparen

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