Holzpellets galten lange als günstige und umweltfreundliche Alternative zu Gas und Öl. Doch die Preise sind 2025 um etwa 20% gestiegen. Trotzdem gehören Pelletheizungen mit durchschnittlich 10,57 €/m² weiterhin zu den günstigsten Heizarten.
In diesem Artikel erfährst du, was Heizen mit Pellets kostet, wie die Abrechnung funktioniert und worauf du als Mieter achten musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Durchschnittliche Pelletkosten 2025: 10,57 €/m² pro Jahr
- Günstig: unter 8 €/m² – Zu hoch: über 16,50 €/m²
- Pelletpreise 2025: ca. 280–320 €/Tonne (gestiegen)
- Abrechnung ähnlich wie Öl: Bestandserfassung wichtig
- CO2-neutral: Keine CO2-Abgabe auf Pellets
Aktuelle Pelletpreise 2025
Die Pelletpreise haben in den letzten Jahren stark geschwankt. Nach dem extremen Anstieg 2022 haben sich die Preise zwar entspannt, liegen 2025 aber wieder höher als im Vorjahr.
Preisentwicklung im Überblick
| Jahr | Durchschnittspreis (€/Tonne) | Veränderung |
|---|---|---|
| 2020 | ca. 240 € | – |
| 2021 | ca. 250 € | +4% |
| 2022 | ca. 550 € (Spitze) | +120% |
| 2023 | ca. 340 € | -38% |
| 2024 | ca. 270 € | -21% |
| 2025 | ca. 300–320 € | +15-20% |
Was beeinflusst den Pelletpreis?
- Holzpreise: Hauptrohstoff, abhängig von Forstwirtschaft
- Produktionskapazitäten: Engpässe führen zu Preisspitzen
- Nachfrage: Heizperiode und Energiekrise treiben Preise
- Transport: Regionale Unterschiede durch Lieferkosten
Keine CO2-Abgabe: Anders als bei Gas und Öl fallen auf Holzpellets keine CO2-Kosten an, da sie als CO2-neutral gelten. Das macht sie langfristig attraktiver.
Pelletverbrauch berechnen
Faustregel: 1 kg Pellets ≈ 5 kWh Wärme
Für eine 70m²-Wohnung mit 10.000 kWh Wärmebedarf brauchst du etwa 2.000 kg (2 Tonnen) Pellets pro Jahr.
Holzpellets: Kosten pro m² im Vergleich
Der Heizspiegel 2025 zeigt: Pelletheizungen sind die zweitgünstigste Heizart nach Wärmepumpen.
Heizkosten-Ampel für Pellets (Heizspiegel 2025)
| Bewertung | €/m² pro Jahr | 70m²-Wohnung | 100m²-Wohnung |
|---|---|---|---|
| Günstig | unter 8,00 € | unter 560 € | unter 800 € |
| Normal | 8,00–12,00 € | 560–840 € | 800–1.200 € |
| Erhöht | 12,00–16,50 € | 840–1.155 € | 1.200–1.650 € |
| Zu hoch | über 16,50 € | über 1.155 € | über 1.650 € |
Der Durchschnitt liegt bei 10,57 €/m² pro Jahr. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 740 € Heizkosten im Jahr, also knapp 62 € pro Monat.
Vergleich mit anderen Heizarten
| Heizart | Durchschnitt (€/m²) | Vergleich zu Pellets |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 10,21 € | -3% |
| Holzpellets | 10,57 € | – |
| Heizöl | 15,07 € | +43% |
| Erdgas | 16,86 € | +59% |
| Fernwärme | 17,79 € | +68% |
Pellets sind damit deutlich günstiger als Gas und Öl, liegen aber knapp hinter Wärmepumpen.
Mehr zu allen Heizarten findest du in unserem Artikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.
Besonderheit: Die Pellet-Abrechnung
Die Abrechnung bei Pelletheizungen ähnelt der von Ölheizungen: Der Brennstoff wird in einem Lager (Pelletsilo) gelagert und unregelmäßig nachgekauft. Das führt zu ähnlichen Abrechnungsfragen.
Das Bestandsproblem
Wie bei Öl muss bei Pellets der Anfangs- und Endbestand erfasst werden:
- Anfangsbestand: Pellets im Silo zu Beginn der Abrechnungsperiode
- Nachkäufe: Alle Lieferungen mit Datum, Menge und Preis
- Endbestand: Pellets im Silo am Ende der Periode
- Verbrauch: Anfangsbestand + Nachkäufe - Endbestand
Abrechnungsmethoden
Methode 1: Durchschnittspreis
Der Durchschnittspreis aller Käufe wird gebildet. Einfach und fair.
Beispiel:
- Kauf 1: 3 Tonnen × 280 €/t = 840 €
- Kauf 2: 2 Tonnen × 320 €/t = 640 €
- Gesamt: 5 Tonnen für 1.480 €
- Durchschnittspreis: 296 €/Tonne
Methode 2: FIFO (First In, First Out)
Die ältesten Pellets werden zuerst verbraucht. Theoretisch korrekt, aber aufwendig.
Was muss in der Abrechnung stehen?
Eine korrekte Pellet-Abrechnung enthält:
- Abrechnungszeitraum (12 Monate)
- Anfangsbestand mit Bewertung
- Alle Lieferungen mit Datum, Menge, Einzelpreis
- Endbestand mit Bewertung
- Gesamtverbrauch in kg oder Tonnen
- Heiznebenkosten (Wartung, Schornsteinfeger, Strom für Anlage)
- Verteilerschlüssel (mind. 50% nach Verbrauch)
- Dein Anteil
Häufige Fehler bei Pellet-Abrechnungen
Fehler 1: Großer Nachkauf kurz vor Stichtag
Kauft der Vermieter kurz vor dem Abrechnungsende eine große Menge Pellets, belastet dies die laufende Periode unfair. Dieser Fehler ist besonders ärgerlich, wenn der Nachkauf zu hohen Preisen erfolgte.
Prüfe: Sind die Lieferdaten plausibel verteilt?
Fehler 2: Unklare Bestandsangaben
Ohne transparente Angaben zu Anfangs- und Endbestand ist die Abrechnung nicht prüfbar.
Fordere: Messprotokoll oder Lieferscheine an.
Fehler 3: Keine Verbrauchserfassung
Auch bei Pelletheizungen gilt: Mindestens 50% nach Verbrauch abrechnen. Fehlen Wärmemengenzähler oder Heizkostenverteiler, hast du ein 15%-Kürzungsrecht.
Fehler 4: Stromkosten für die Anlage vergessen
Pelletheizungen brauchen Strom für:
- Pellet-Förderschnecke
- Brennersteuerung
- Umwälzpumpe
Diese Stromkosten gehören zu den Heiznebenkosten und müssen separat ausgewiesen werden.
Fehler 5: Wartungskosten überhöht
Die jährliche Wartung einer Pelletheizung kostet typischerweise 200–400 €. Deutlich höhere Beträge können auf versteckte Reparaturen hindeuten – diese sind nicht umlagefähig.
Weitere Fehlerquellen findest du in unserem Artikel Heizkostenabrechnung: Die 10 häufigsten Fehler.
Pelletheizung: Vor- und Nachteile für Mieter
Vorteile
- Günstige Heizkosten: Zweitgünstigste Heizart nach Wärmepumpen
- CO2-neutral: Keine CO2-Abgabe, umweltfreundlich
- Preisstabil: Weniger abhängig von Weltmarktpreisen als Gas/Öl
- Heimischer Rohstoff: Oft regionale Produktion
Nachteile
- Preisschwankungen: 2022 zeigte, dass auch Pellets teuer werden können
- Platzbedarf: Pelletsilo braucht Raum
- Lieferabhängigkeit: Engpässe möglich bei hoher Nachfrage
- Feinstaub: Bei älteren Anlagen höhere Emissionen
Pellet-Heizkosten senken: Tipps
Heizverhalten optimieren
- Raumtemperatur senken: 1°C weniger = 6% Ersparnis
- Richtig lüften: Stoßlüften statt Dauerkippen
- Türen schließen: Wärme nicht unnötig verteilen
Abrechnung prüfen
- Vergleichswerte nutzen: Liegst du über 12 €/m²?
- Belege anfordern: Alle Lieferscheine und Rechnungen einsehen
- Kürzungsrechte nutzen: Bei Fehlern 15% kürzen
Vermieter ansprechen
- Wartung: Regelmäßig gewartete Anlagen sind effizienter
- Hydraulischer Abgleich: Optimiert Wärmeverteilung
- Moderne Brenner: Niedrigere Emissionen und höhere Effizienz
Mehr Tipps findest du in unserem Artikel Heizkosten sparen: Tipps für Mieter.

