Wärmepumpen gelten als Heizung der Zukunft – und sie werden immer häufiger auch in Mietwohnungen eingesetzt. Mit 715 € für eine 70-Quadratmeter-Wohnung (rechnerisch 10,21 €/m², Abrechnungsjahr 2025) sind sie laut Heizspiegel 2026 die günstigste Heizart – knapp vor Holzpellets mit 735 €. Doch wie funktioniert die Abrechnung bei einer Wärmepumpe? Und worauf musst du als Mieter achten?
In diesem Artikel erfährst du, was Heizen mit Wärmepumpe kostet, wie die Stromkosten in der Heizkostenabrechnung auftauchen und welche speziellen Regelungen seit 2024 gelten.
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpenkosten im Abrechnungsjahr 2025: 715 € für 70 m² (rechnerisch 10,21 €/m²), Prognose 2026: ca. 735 € (+3 %)
- Niedrig: bis 6,40 €/m² – Mittel (normal): 6,40–10,20 €/m² – Zu hoch: ab 19,41 €/m²
- Besonderheit: Strom statt Gas/Öl als Energieträger
- Seit 2024: Neue HeizkostenV-Regelungen für Wärmepumpen
- Im Heizspiegel 2026 lag die Wärmepumpe rund 39 % unter Gas (715 € statt 1.170 € für 70 m², Abrechnungsjahr 2025)
Warum Wärmepumpen günstiger heizen
Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erde und benötigen nur Strom für den Betrieb. Der Clou: Aus 1 kWh Strom erzeugt eine gute Wärmepumpe 3–5 kWh Wärme. Diese Effizienz nennt man Jahresarbeitszahl (JAZ).
Die Jahresarbeitszahl verstehen
| JAZ | Bedeutung | Typische Heizart |
|---|---|---|
| 2,5–3,0 | Akzeptabel | Luft-Wasser im Altbau |
| 3,0–4,0 | Gut | Luft-Wasser im Neubau |
| 4,0–5,0 | Sehr gut | Sole-Wasser (Erdwärme) |
| >5,0 | Exzellent | Wasser-Wasser |
Je höher die JAZ, desto weniger Strom wird für die gleiche Wärmemenge benötigt – und desto niedriger sind deine Heizkosten.
Rechenbeispiel: Wärmepumpe vs. Gasheizung
Beispielrechnung: 70m²-Wohnung, 10.000 kWh Wärmebedarf (nur Arbeitspreis, ohne Grundpreise):
| Heizart | Verbrauch | Preis | Jahreskosten |
|---|---|---|---|
| Gasheizung | 10.000 kWh Gas | 12,23 Ct/kWh | 1.223 € |
| Wärmepumpe (JAZ 3,5) | 2.857 kWh Strom | 24 Ct/kWh | 686 € |
Unterschied im Beispiel: 537 € pro Jahr (rund 44 %)
Preise: Gas 12,23 Ct/kWh = Durchschnitt privater Haushalte im 2. Halbjahr 2025 (Destatis (öffnet in neuem Tab), neuester Wert); Wärmepumpenstrom 24 Ct/kWh = durchschnittlicher Arbeitspreis von Wärmestromtarifen mit Modul 2 im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (öffnet in neuem Tab) (Februar 2026, Anbieterumfrage August/September 2025).
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Wärmepumpe: Kosten pro m² im Vergleich
Der Heizspiegel 2026 (öffnet in neuem Tab) zeigt: Wärmepumpen sind aktuell die günstigste Heizart – wenn das Gebäude gut gedämmt ist.
Heizkosten-Ampel für Wärmepumpen (Heizspiegel 2026)
| Bewertung | €/m² pro Jahr | 70m²-Wohnung | 100m²-Wohnung |
|---|---|---|---|
| Niedrig | bis 6,40 € | bis 450 € | bis 640 € |
| Mittel (normal) | 6,40–10,20 € | 450–715 € | 640–1.020 € |
| Erhöht | 10,20–19,40 € | 715–1.360 € | 1.020–1.940 € |
| Zu hoch | ab 19,41 € | über 1.360 € | über 1.940 € |
Quelle: Heizspiegel 2026, co2online / Deutscher Mieterbund, Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m², inkl. Warmwasser. €/m²-Durchschnitt rechnerisch aus den 70-m²-Kosten abgeleitet.
Die Vergleichswerte aller Heizarten und ihre Entwicklung der letzten Jahre findest du im Heizspiegel 2026 im Überblick.
Im Abrechnungsjahr 2025 kostete eine Wärmepumpe für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus im Schnitt 715 € – rechnerisch 10,21 €/m², also knapp 60 € pro Monat. Für 2026 rechnet co2online mit etwa 735 € (+3 %) – eine Prognose, kein Abrechnungswert.
Vergleich mit anderen Heizarten
| Heizart | Ø 70 m², Abrechnungsjahr 2025 (rechnerisch €/m²) | Vergleich zu Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 715 €(10,21 €) | – |
| Holzpellets | 735 €(10,50 €) | +3% |
| Heizöl | 1.030 €(14,71 €) | +44% |
| Erdgas | 1.170 €(16,71 €) | +64% |
| Fernwärme | 1.295 €(18,50 €) | +81% |
Quelle: Heizspiegel 2026, co2online / Deutscher Mieterbund, Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m², inkl. Warmwasser. €/m²-Durchschnitt rechnerisch aus den 70-m²-Kosten abgeleitet.
Wärmepumpen sind damit neben Pellets die kostengünstigste Option – vorausgesetzt, das Gebäude ist für eine Wärmepumpe geeignet (gute Dämmung, Flächenheizung ideal).
Mehr zu allen Heizarten findest du in unserem Artikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.
Stromkosten für Wärmepumpen 2026
Anders als bei Gas oder Öl bezahlst du bei einer Wärmepumpe über den Strompreis. Hier gibt es wichtige Unterschiede:
Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom
Viele Energieversorger bieten spezielle Wärmepumpentarife an:
| Tarifart | Preis je kWh | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Haushaltsstrom | Ø 37,0 Ct/kWh (inkl. Grundpreis) | Kein separater Zähler |
| Tarif ohne eigenen Wärmepumpenzähler (Modul 1) | Ø 31,5 Ct/kWh, dazu ca. 145 € Entlastung pro Jahr | Wärmepumpe läuft über den Haushaltszähler |
| Wärmestromtarif mit eigenem Zähler (Modul 2) | Ø 24 Ct/kWh (Spanne 20–29 Ct) | Separater Zähler, steuerbar durch den Netzbetreiber |
| Wärmestromtarif für Anlagen vor 2024 | ca. 25 Ct/kWh (knapp 20 bis gut 35 Ct) | Separater Zähler, bisherige Regelung |
Quellen: Haushaltsstrom = BDEW-Strompreisanalyse August 2026 (öffnet in neuem Tab) (Durchschnitt 2026 bisher, 3.500 kWh/Jahr, Grundpreis anteilig enthalten; Wärmepumpentarife sind darin nicht enthalten). Wärmestromtarife = Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (öffnet in neuem Tab) vom 20. Februar 2026 (Umfrage bei 23 Stromanbietern, August/September 2025), jeweils ohne Grundpreis.
Der Wärmepumpentarif ist meist günstiger, weil der Netzbetreiber im Gegenzug reduzierte Netzentgelte gewährt (§ 14a EnWG (öffnet in neuem Tab)). Bei Wärmepumpen, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, darf er die Leistung bei Netzengpässen drosseln. Dafür gibt es entweder einen pauschalen Rabatt (Modul 1) oder ein um 60 % reduziertes Netzentgelt für den Wärmepumpenstrom (Modul 2, nur mit separatem Zähler). Bei älteren Anlagen konnte der Netzbetreiber die Wärmepumpe wenige Stunden am Tag komplett abregeln; diese Übergangsregelung gilt längstens bis Ende 2028.
Was bedeutet das für Mieter?
Als Mieter hast du meist keinen Einfluss auf den Stromtarif:
- Zentralheizung mit Wärmepumpe: Der Vermieter wählt den Tarif, du zahlst über die Heizkostenabrechnung
- Eigener Wärmepumpenstromzähler: Selten bei Mietwohnungen, dann kannst du den Anbieter selbst wählen
So funktioniert die Abrechnung bei Wärmepumpen
Die Heizkostenabrechnung bei Wärmepumpen folgt grundsätzlich den gleichen Regeln wie bei anderen Heizarten – mit einigen Besonderheiten.
Grundregel: Verbrauchserfassung ist Pflicht
Nach der Heizkostenverordnung müssen mindestens 50% der Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet werden. Das gilt auch für Wärmepumpen.
Die Verbrauchserfassung erfolgt über:
- Wärmemengenzähler an der Wärmepumpe (misst die erzeugte Wärme)
- Heizkostenverteiler an den Heizkörpern (bei klassischen Heizkörpern)
- Wärmezähler pro Wohnung (bei Fußbodenheizung)
Neue Regelungen seit 2024
Mit der Änderung der Heizkostenverordnung 2024 gilt die verbrauchsabhängige Abrechnung ausdrücklich auch für Wärmepumpen:
1. Nachrüstpflicht für die Verbrauchserfassung
Wurde der anteilige Verbrauch aus Wärmepumpen am 1. Oktober 2024 noch nicht erfasst, musste der Gebäudeeigentümer bis zum 30. September 2025 eine Ausstattung zur Verbrauchserfassung installieren. Die Verordnung gilt dann ab dem Abrechnungszeitraum, der nach der Installation beginnt (§ 12 Abs. 3 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab)).
2. Strom statt Brennstoff als Kostenposition
Zu den Heizkosten zählen die Kosten des zur Wärmeerzeugung verbrauchten Stroms (§ 7 Abs. 2 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab)). Die Umweltwärme selbst kostet nichts und taucht deshalb nicht als Kostenposition auf.
3. Ausnahmen wie bei anderen Heizarten
Ist die Verbrauchserfassung nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten möglich, greift die allgemeine Ausnahme des § 11 Abs. 1 Nr. 1 b HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) – eine Sonderregel nur für Wärmepumpen ist das nicht.
Läuft die Wärmepumpe teilweise mit Solarstrom vom Dach, sollte in der Abrechnung nachvollziehbar sein, welche Stromkosten angesetzt wurden.
Aufbau einer typischen Wärmepumpen-Abrechnung
Eine korrekte Heizkostenabrechnung für Wärmepumpen enthält:
- Gesamtstromverbrauch der Wärmepumpe (in kWh)
- Stromkosten (Arbeitspreis × Verbrauch + Grundpreis)
- Heiznebenkosten (Wartung, Schornsteinfeger bei Hybridanlagen)
- Dein Anteil nach Verteilerschlüssel
- CO2-Kostenaufteilung (nur bei Hybridanlagen für den Gas- oder Ölanteil)
Häufige Fehler bei Wärmepumpen-Abrechnungen
Auch bei Wärmepumpen können Fehler in der Abrechnung auftreten:
Fehler 1: Keine Verbrauchserfassung
Wird nur nach Wohnfläche abgerechnet, obwohl Verbrauchserfassungsgeräte vorhanden sind oder installiert werden müssten? Was gilt: Für diesen Fall sieht § 12 Abs. 1 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) für Mieter ein Kürzungsrecht von 15% vor.
Fehler 2: Falsche Stromkosten angesetzt
Prüfe, ob der angesetzte Strompreis plausibel ist. Wärmestromtarife mit eigenem Zähler lagen im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026) zwischen 20 und 29 Ct/kWh, normaler Haushaltsstrom 2026 laut BDEW bei durchschnittlich 37,0 Ct/kWh (inklusive Grundpreis). Liegt der angesetzte Arbeitspreis deutlich darüber, lohnt eine Nachfrage beim Vermieter.
Fehler 3: Wartungskosten vs. Reparaturen
Nur Wartungskosten sind umlagefähig – Reparaturen muss der Vermieter selbst tragen. Bei Wärmepumpen ist die jährliche Wartung relativ günstig (ca. 100–200 €), deutlich höhere Beträge können auf versteckte Reparaturen hindeuten.
Fehler 4: Photovoltaik-Anteil nicht berücksichtigt
Wenn die Wärmepumpe teilweise mit Solarstrom vom Dach betrieben wird, müssen diese Kosten (meist günstiger als Netzstrom) korrekt in die Abrechnung einfließen.
Fehler 5: CO2-Kosten falsch zugeordnet
Das CO2-Kostenaufteilungsgesetz gilt nur für Brennstoffe wie Gas oder Öl, für die das Brennstoffemissionshandelsgesetz einen Emissionsfaktor festlegt (§ 2 Abs. 1 CO2KostAufG (öffnet in neuem Tab)). Strom gehört nicht dazu: Bei einer reinen Wärmepumpe gibt es deshalb keine CO2-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter. Relevant wird sie bei Hybridanlagen, wenn zusätzlich ein Gas- oder Ölkessel läuft – dann für den Brennstoffanteil.
Mehr zu typischen Abrechnungsfehlern findest du in unserem Artikel Heizkostenabrechnung: Die 10 häufigsten Fehler.
Wärmepumpe zu teuer? So senkst du die Kosten
Auch bei Wärmepumpen gibt es Sparpotenzial:
Als Mieter direkt beeinflussen
- Raumtemperatur optimieren: Auch bei Wärmepumpen spart jedes Grad 6% Energie
- Effizient lüften: Stoßlüften statt Dauerlüften
- Thermostate nutzen: Nachts und bei Abwesenheit absenken
Vermieter ansprechen
- Hydraulischer Abgleich: Optimiert die Wärmeverteilung im Gebäude
- Wartung: Regelmäßig gewartete Wärmepumpen arbeiten effizienter
- Photovoltaik: Solarstrom senkt die Betriebskosten erheblich
Abrechnung prüfen
- 15%-Kürzungsrecht: Bei fehlender Verbrauchserfassung
- Fehler erkennen: Falsche Verteilerschlüssel, überhöhte Nebenkosten
- Vergleichswerte nutzen: Liegen deine Kosten über dem Durchschnitt?
Mehr Tipps zum Sparen findest du in unserem Artikel Heizkosten sparen: Tipps für Mieter.
Wärmepumpe als Mieter: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Niedrigste Heizkosten aller Heizarten (im Durchschnitt)
- Umweltfreundlich: Kein CO2-Ausstoß vor Ort, keine CO2-Kostenaufteilung auf den Wärmepumpenstrom
- Zukunftssicher: Fördert den Wert der Immobilie
- Wartungsarm: Weniger Verschleißteile als bei Verbrennungsheizungen
Nachteile
- Abhängig von Strompreis: Steigt der Strompreis stark, steigen auch die Kosten
- Gebäudeabhängig: In schlecht gedämmten Altbauten weniger effizient
- Weniger Einfluss: Als Mieter kannst du Anlagendaten oft nicht einsehen
Zukunft: Wärmepumpen auf dem Vormarsch
Bis Juli 2026 schrieb das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 vor, dass neue Heizungen mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen müssen – eine Vorgabe, die Wärmepumpen problemlos erfüllten. Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis 2026 Gebäudeenergiegesetz/GEG), in Kraft seit 29.07.2026, gilt diese pauschale 65%-Pflicht nicht mehr: Eigentümer können beim Heizungstausch wieder zwischen den Optionen des § 42 GModG (öffnet in neuem Tab) wählen (u. a. Wärmepumpe, Fernwärme, Hybrid, Biomasse oder Gas/Öl). Wer nach dem 29.07.2026 eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 einen schrittweise steigenden Bio-Anteil nutzen (§ 43 GModG (öffnet in neuem Tab)). Dass Brennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sein sollen, kündigt § 42a GModG bisher nur als künftiges Gesetz an.
Das bedeutet für Mieter:
- Wärmepumpen bleiben verbreitet, aber nicht mehr zwingend vorgeschrieben: Vermieter sind seit dem GModG nicht mehr pauschal zur 65%-EE-Heizung verpflichtet, entscheiden sich aber bei Neubauten und Modernisierungen weiterhin häufig für Wärmepumpen
- Umrüstung im Bestand: Wenn alte Heizungen ausgetauscht werden, wird oft auf Wärmepumpe umgestellt
- Modernisierungsumlage möglich: Bei Heizungstausch kann der Vermieter 8% der Kosten pro Jahr auf die Miete umlegen (mit Förderung 10 % abzüglich der Fördermittel), höchstens 0,50 €/m² in sechs Jahren (§ 559e BGB (öffnet in neuem Tab)). Seit 29.07.2026 gilt bei Wärmepumpen: Die Kosten dürfen nur voll angesetzt werden, wenn eine Jahresarbeitszahl von mindestens 2,5 nachgewiesen ist, sonst nur zur Hälfte (§ 559f BGB (öffnet in neuem Tab))
Häufige Fragen zu Wärmepumpenkosten
Was kostet eine Wärmepumpe pro Quadratmeter 2026?
Warum sind Wärmepumpen günstiger als Gasheizungen?
Wie wird der Strom für die Wärmepumpe abgerechnet?
Gelten für Wärmepumpen besondere Abrechnungsregeln?
Kann ich als Mieter den Wärmepumpentarif wählen?
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