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Elektronischer Heizkostenverteiler

Heizkostenverteiler mit Temperaturfühler, Rechenwerk und Display. Er zählt Verbrauchswerte aus der Heizkörpertemperatur und speichert sie zum Stichtag.

Fundstelle: § 5 Abs. 1 und 2 HeizkostenV

Ein elektronischer Heizkostenverteiler sitzt wie ein Verdunster am Heizkörper, hat aber statt eines Röhrchens Temperaturfühler, ein Rechenwerk und ein kleines Display. Auch er misst keine Kilowattstunden. Er zählt Einheiten, die erst zusammen mit den Werten aller anderen Heizkörper im Haus eine Bedeutung bekommen.

So funktioniert er⁠

Ein Fühler auf der Rückseite misst die Temperatur des Heizkörpers. Beim Zweifühlergerät misst ein zweiter Fühler an der Vorderseite die Raumtemperatur. Das Rechenwerk zählt laufend, wie groß der Unterschied zwischen beiden ist und wie lange er besteht. Ein Einfühlergerät hat keinen Raumfühler und rechnet mit einer fest angenommenen Raumtemperatur (Wikipedia: Heizkostenverteiler (öffnet in neuem Tab)).

Die technischen Anforderungen stehen in der Norm EN 834. Eine Folge dieser Vorgaben: Bei sehr hohen Raumtemperaturen, etwa im Hochsommer, kann ein elektronischer Verteiler auch bei abgedrehtem Heizkörper ein paar Zählschritte machen.

Was das Display zeigt⁠

Die meisten Geräte zeigen im Wechsel mehrere Werte. Welche das sind und wie sie gekennzeichnet werden, unterscheidet sich je nach Hersteller. Typisch sind:

  • Aktueller Wert: Einheiten seit dem letzten Stichtag.
  • Stichtagswert: der Wert, den das Gerät zum Ende des letzten Abrechnungszeitraums gespeichert hat, oft mit „M“ (Memory) markiert. Auf ihm beruht die Abrechnung. Je nach Gerät ist das der Verbrauch des letzten Zeitraums oder ein fortlaufender Gesamtstand, aus dem sich der Verbrauch als Differenz zweier Stichtagswerte ergibt.
  • Weitere Anzeigen: zum Beispiel Gerätenummer, Funk- oder Batteriesymbol.

Am Stichtag speichert das Gerät den Wert, und die Zählung für den neuen Zeitraum beginnt wieder bei null. Der Ableser muss deshalb nicht genau am Stichtag kommen. Viele Geräte senden ihre Werte per Funk, dann betritt niemand mehr die Wohnung (siehe Fernablesung).

Beispiel mit Zahlen⁠

Deine Wohnung hat zwei Heizkörper. Die Abrechnung übernimmt den Verbrauch bis zum Stichtag und multipliziert ihn mit dem Bewertungsfaktor des jeweiligen Heizkörpers:

  • Wohnzimmer: 1.184 × Faktor 0,85 = 1.006,4 Einheiten
  • Schlafzimmer: 420 × Faktor 0,60 = 252 Einheiten
  • Deine Summe: 1.258,4 Einheiten

Alle Wohnungen im Haus kommen zusammen auf 31.460 Einheiten. Dein Anteil: 1.258,4 ÷ 31.460 = 4 %. Von 16.800 € Verbrauchskosten trägst du damit 672 €. Der aktuelle Wert auf dem Display spielt für diese Abrechnung keine Rolle, er gehört schon zum nächsten Zeitraum.

Die Beispielwerte sind ausgedacht. Ob die Zahl auf dem Display schon bewertet ist, hängt vom Gerät ab: Bei der Einheitsskala rechnet die Abrechnung den Faktor ein, bei der Produktskala ist er im Gerät hinterlegt.

Worauf du achten kannst⁠

  • Stichtagswert, nicht aktueller Wert: Vergleiche die Abrechnung mit dem gespeicherten Stichtagswert. Ein Foto vom Display hilft dir später.
  • Geräte gewechselt? Nach einem Wechsel von Verdunstern auf elektronische Geräte sind die Rohwerte nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Aussagekräftiger ist dein Anteil an den Einheiten des Hauses.
  • Fehleranzeige oder leeres Display: Das kann auf einen Defekt hindeuten. Fällt ein Gerät aus, wird der Verbrauch nach § 9a HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) ermittelt, zum Beispiel aus früheren Zeiträumen oder vergleichbaren Räumen.
  • Geeignet und richtig montiert: Nach § 5 Abs. 1 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) müssen die Geräte für das Heizsystem geeignet und so angebracht sein, dass sie einwandfrei funktionieren. Geräte, die nach dem 1. Dezember 2021 eingebaut wurden, müssen grundsätzlich fernablesbar sein (§ 5 Abs. 2 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab)). Eine Ausnahme gilt, wenn nur ein einzelnes Gerät in einem noch nicht fernablesbaren Gesamtsystem ersetzt oder ergänzt wird.

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Nächster Begriff in „Messtechnik & Ablesen“:

Kc-Wert

Verwandte Begriffe

  • HeizkostenverteilerRatgeber

    Gerät am Heizkörper, das keine Kilowattstunden misst, sondern Verbrauchswerte erfasst, nach denen die Heizkosten im Haus verteilt werden.

  • Verdunster-Heizkostenverteiler

    Heizkostenverteiler mit einem Glasröhrchen voller Messflüssigkeit. Je wärmer der Heizkörper, desto mehr verdunstet – das ist der Ablesewert.

  • Kc-Wert

    Korrekturfaktor für den Wärmeübergang vom Heizkörper auf den Heizkostenverteiler. Zusammen mit KQ ergibt er den Bewertungsfaktor.

  • FernablesungRatgeber

    Ablesung von Zählern und Heizkostenverteilern aus der Ferne, meist per Funk, ohne Zutritt zur Wohnung. Die Heizkostenverordnung schreibt sie schrittweise vor.