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Nebenkosten nach Wohnungsgröße & Haushalt: Was ist normal?

Was zahlen 1 bis 4 Personen auf 40 bis 120 m² an Nebenkosten? Tabelle nach Wohnfläche und Haushalt – plus die Schwelle, ab der du prüfen solltest.

HeizkostenChecker Team
Aktualisiert am 17 Min. Lesezeit

214 Euro Nebenkosten im Monat für 80 Quadratmeter zu zweit. Zu viel? Zu wenig? Genau richtig?

Wer diese Frage googelt, landet meist bei einer einzigen Zahl: dem bundesweiten Durchschnitt pro Quadratmeter. Der ist ein guter Start — aber er beantwortet nicht, was du wissen willst. Denn 2,67 Euro pro Quadratmeter fühlen sich in einer 40-Quadratmeter-Singlewohnung völlig anders an als auf 120 Quadratmetern mit zwei Kindern. Und manche Kosten hängen gar nicht an der Fläche, sondern an den Menschen, die darauf wohnen.

Deshalb rechnen wir hier beides durch: Nebenkosten nach Wohnungsgröße und nach Haushaltsgröße. Mit Tabellen, die du direkt neben deine Abrechnung legen kannst — und mit der Schwelle, ab der du genauer hinschauen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Durchschnitt liegt bei 2,67 €/m² im Monat inklusive Heizung und Warmwasser, 1,35 €/m² ohne (Betriebskostenspiegel 2024, Deutscher Mieterbund).
  • Das ergibt rechnerisch etwa 107 € im Monat für 40 m², 187 € für 70 m² und 267 € für 100 m² — Heizung ist rund die Hälfte davon.
  • Personenabhängig sind vor allem Wasser, Abwasser, Warmwasser und Müll. Jede zusätzliche Person kostet grob 15 bis 20 Euro im Monat allein für Kalt- und Abwasser.
  • Ab 3,00 €/m² im Monat liegst du gut 12 Prozent über dem Schnitt — unsere Schwelle, ab der sich eine Prüfung lohnt.

Woher die Zahlen kommen — und was sie können⁠

Alle Vergleichswerte hier stammen aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds für das Abrechnungsjahr 2024, veröffentlicht im Dezember 2025. Er wertet tausende echte Abrechnungen aus, zusammen rund 12,4 Millionen Quadratmeter Mietfläche. Das Ergebnis: Im Schnitt zahlen Mieter 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat. Davon entfallen 1,32 Euro auf Heizung und Warmwasser — also fast die Hälfte.

Ohne Heizung und Warmwasser bleiben 1,35 Euro pro Quadratmeter übrig. Das sind deine „kalten" Nebenkosten: Wasser, Müll, Hausmeister, Versicherung, Grundsteuer und der Rest der 14 Kostenarten, die der Mieterbund einzeln ausweist. Wie sich der Durchschnitt zusammensetzt, zeigt dir Position für Position unser Artikel Nebenkosten pro m²: Was ist normal?. Hier gehen wir einen Schritt weiter und rechnen den Durchschnitt auf deine Wohnung um.

Eine ehrliche Einordnung vorweg: Der Betriebskostenspiegel kennt keine Werte nach Wohnungsgröße oder Personenzahl. Alle Tabellen auf dieser Seite sind unsere Rechnung aus dem Quadratmeter-Durchschnitt — so gekennzeichnet und so gemeint. Sie geben dir eine Orientierung, kein Urteil.


Nebenkosten nach Wohnungsgröße: Die Tabelle⁠

Die einfachste Rechnung der Welt: Durchschnitt pro Quadratmeter mal deine Wohnfläche. Wir haben sie für sechs typische Wohnungsgrößen gemacht — einmal „kalt" (ohne Heizung und Warmwasser), einmal „warm" (alle Positionen). Die letzte Spalte zeigt, wo du landen würdest, wenn in deinem Haus wirklich jede der 14 Kostenarten anfällt — Aufzug, Hausmeister, Gartenpflege, alles. Das ist die Obergrenze, die der Mieterbund mit 3,68 €/m² angibt.

WohnflächeKalt (1,35 €/m²)Warm (2,67 €/m²)Warm pro JahrAuffällig ab (3,00 €/m²)Alle Kostenarten (3,68 €/m²)
40 m²54 €107 €1.282 €120 €147 €
55 m²74 €147 €1.762 €165 €202 €
70 m²95 €187 €2.243 €210 €258 €
85 m²115 €227 €2.723 €255 €313 €
100 m²135 €267 €3.204 €300 €368 €
120 m²162 €320 €3.845 €360 €442 €

Eigene Rechnung auf Basis des Betriebskostenspiegels 2024 (öffnet in neuem Tab) des Deutschen Mieterbunds (Abrechnungsjahr 2024). Alle Werte pro Monat, gerundet. „Kalt" = 2,67 € minus 1,32 € für Heizung und Warmwasser. Die Schwelle von 3,00 €/m² ist unsere eigene Orientierungsmarke, keine Zahl des Mieterbunds.

So liest du die Tabelle: Du wohnst auf 80 Quadratmetern? Dann liegt der Durchschnitt zwischen den Zeilen für 70 und 85 — rechnerisch bei 214 Euro im Monat warm, 108 Euro kalt. Das sind rund 2.560 Euro im Jahr. Deine Abrechnung nennt meist einen Jahresbetrag; teile ihn durch zwölf, bevor du vergleichst. Noch schneller geht es mit deinen eigenen Zahlen im Vergleichswerte-Hub, wo du Betriebskosten und Heizkosten direkt einordnen kannst.

Was die Tabelle nicht kann

Zwei Dinge musst du beim Vergleich im Kopf behalten. Erstens: Der Durchschnitt mischt Altbau ohne Aufzug mit Neubau samt Tiefgarage und Concierge. Liegt dein Haus in der Innenstadt einer Großstadt mit Aufzug, Hausmeister und aufwendiger Grünanlage, ist 3,00 €/m² kein Alarmsignal, sondern erwartbar. Zweitens: Heizkosten schwanken mit Energieträger und Gebäudezustand enorm — die Bandbreite für Heizung und Warmwasser reicht laut Mieterbund von 0,46 bis 2,18 €/m². Wie du diesen halben Anteil deiner Nebenkosten einzeln bewertest, zeigt Heizkosten pro qm: Was ist normal? mit den Werten aus dem Heizspiegel.


Warum kleine Wohnungen pro Quadratmeter oft teurer sind⁠

Ein Effekt fällt vielen erst auf, wenn sie umziehen: In der 40-Quadratmeter-Wohnung lagen die Nebenkosten pro Quadratmeter höher als später auf 90 Quadratmetern. Das ist kein Fehler, sondern Mathematik.

Ein Teil der Kosten ist pro Wohnung praktisch fix und wird trotzdem nach Fläche verteilt. Aber vor allem gibt es Kosten, die dein Verhalten bestimmt — und nicht deine Wohnfläche. Ein Single auf 40 Quadratmetern duscht genauso oft wie ein Single auf 80 Quadratmetern. Er verbraucht dasselbe Wasser, produziert denselben Müll, nutzt den Aufzug gleich oft. Werden diese Kosten aber über den Quadratmeter verteilt oder tauchen sie pro Wohneinheit auf, dann trägt die kleine Wohnung pro Quadratmeter mehr.

Dazu kommen Positionen, die kaum vom Verbrauch abhängen: der Aufzug mit seinen Wartungsverträgen, der Hausmeister, die Gebäudeversicherung. Ein Haus mit acht kleinen Wohnungen hat dieselbe Aufzugswartung wie ein Haus mit vier großen — nur verteilt auf weniger Quadratmeter pro Kopf. Wer im Erdgeschoss wohnt und den Aufzug nie nutzt, zahlt in der Regel trotzdem mit; die Details dazu findest du im Artikel Aufzugskosten im Erdgeschoss.

Die Konsequenz für dich: Wohnst du klein, vergleiche dich nicht stur mit 2,67 €/m². Schau lieber auf die einzelnen Positionen und frag dich, welche davon pro Wohnung anfallen. Und wohnst du groß, dann ist ein Wert unter dem Durchschnitt kein Grund zur Entwarnung — er kann Fehler in einzelnen Posten verdecken.


Nebenkosten nach Haushaltsgröße: Was Personen kosten⁠

Jetzt zur zweiten Dimension, die den Quadratmeter-Vergleich verzerrt: die Menschen in der Wohnung. Von den 14 Kostenarten des Betriebskostenspiegels hängen drei spürbar davon ab, wie viele Personen im Haushalt leben. Der Rest interessiert sich nicht dafür, ob du allein oder zu viert wohnst.

Wasser und Abwasser. Der klassische Personen-Posten. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft nutzt jede Person in Deutschland im Schnitt 121 Liter Trinkwasser pro Tag (öffnet in neuem Tab) (Wert für 2023). Aufs Jahr sind das rund 44 Kubikmeter — pro Person. Das Abwasser hängt am Frischwasser dran, weil es aus dem Verbrauch berechnet wird.

Warmwasser. Steckt im Posten „Heizung & Warmwasser" und wird nach Verbrauch abgerechnet. Zwei Personen duschen doppelt so oft wie eine, egal wie groß die Wohnung ist.

Müll. Wird in vielen Häusern nach Personenzahl oder Behältervolumen umgelegt. Mehr Menschen, mehr Tonnen.

Alle anderen Positionen — Grundsteuer, Versicherung, Hausmeister, Aufzug, Gartenpflege, Allgemeinstrom, Schornsteinfeger — sind für den Mieter reine Flächenkosten. Sie steigen nicht, weil ein Kind dazukommt.

Rechenbeispiel: Was eine Person mehr an Wasser kostet

Rechnen wir das mit offiziellen Preisen durch, damit du eine Größenordnung im Kopf hast. Das Statistische Bundesamt nennt als verbrauchsabhängiges Trinkwasserentgelt zuletzt 1,83 Euro pro Kubikmeter (öffnet in neuem Tab) (2022, brutto, bundesweit gewichtet) und als Schmutzwasserentgelt 2,60 Euro pro Kubikmeter (öffnet in neuem Tab) (2024). Zusammen also rund 4,43 Euro je Kubikmeter — ohne Grundgebühren, die je nach Kommune noch dazukommen. Realistisch liegst du inklusive Grundgebühr bei etwa 4,50 bis 5 Euro pro Kubikmeter; in manchen Städten deutlich darüber.

Die Rechnung für eine Person: 44 Kubikmeter × 4,43 Euro = rund 195 Euro im Jahr, also etwa 16 Euro im Monat — nur für Kalt- und Abwasser. Kommt zu deinem Zwei-Personen-Haushalt ein drittes Familienmitglied dazu, steigen allein diese Kosten um diesen Betrag. Das Warmwasser obendrauf schlägt zusätzlich zu Buche; wie viel genau, hängt an Duschgewohnheiten und Energieträger und lässt sich pauschal nicht seriös beziffern. Als Erfahrungswert: eher zweistellig pro Monat als einstellig.

HaushaltTypische WohnflächeKalt- & Abwasser (Rechnung)Nebenkosten warm Ø (2,67 €/m²)Anteil personenabhängig
1 Person45 m²ca. 16 €/Monat120 €/Monatgering — die Fläche dominiert
2 Personen70–80 m²ca. 32 €/Monat187–214 €/Monatmittel
3 Personen85 m²ca. 48 €/Monat227 €/Monatspürbar
4 Personen100 m²ca. 64 €/Monat267 €/Monathoch — Wasser, Warmwasser und Müll ziehen an

Eigene Rechnung. Wasser: 121 l/Person/Tag (BDEW, 2023) × 4,43 €/m³ (Destatis: Trinkwasser 2022 plus Schmutzwasser 2024), ohne Grundgebühren. Nebenkosten warm: Betriebskostenspiegel 2024 × angenommene Wohnfläche. Die Wohnflächen sind typische Annahmen, keine Statistik.

Was du daraus mitnimmst: Ein Vier-Personen-Haushalt auf 100 Quadratmetern liegt völlig zu Recht über dem Durchschnitt beim Wasser — und zwar um Dutzende Euro im Monat. Umgekehrt sollte ein Single auf 60 Quadratmetern beim Wasser deutlich unter dem Flächendurchschnitt von 0,29 €/m² landen. Tut er das nicht, ist das ein klassischer Prüfpunkt: Wird nach Verbrauch abgerechnet oder pauschal nach Fläche? Mehr dazu in Wasserkosten in der Nebenkostenabrechnung: zu hoch?

Nach welchem Schlüssel darf überhaupt verteilt werden?

Das regelt § 556a BGB (öffnet in neuem Tab): Steht im Mietvertrag nichts anderes, werden Betriebskosten nach Wohnfläche umgelegt. Kosten, die vom Verbrauch oder von der Verursachung abhängen — Wasser mit Wohnungszähler, Müll mit Personenerfassung — sind nach einem Maßstab zu verteilen, der genau das berücksichtigt. Dein Vermieter kann diesen Schlüssel für die Zukunft auch einseitig umstellen, allerdings nur vor Beginn eines neuen Abrechnungszeitraums und nur in Richtung Verbrauch.

Was gilt: Wird der Wasserverbrauch mit Wohnungszählern erfasst, ist er nach § 556a Abs. 1 Satz 2 BGB nach einem Maßstab umzulegen, der dem unterschiedlichen Verbrauch Rechnung trägt – sofern im Mietvertrag nichts anderes vereinbart ist. Als Single in einem Haus voller Familien ist das bares Geld. Wohnst du in einer WG, wird die Aufteilung untereinander zum eigenen Thema — dazu passt unser Ratgeber WG-Nebenkosten fair aufteilen.


Die Schwelle: Ab 3,00 €/m² solltest du prüfen⁠

Zurück zur Ausgangsfrage: Wann ist „zu hoch" wirklich zu hoch? Der Mieterbund selbst nennt keine Zahl, sondern empfiehlt eine Prüfung, wenn deine Abrechnung Werte ausweist, die „deutlich über den Daten des Betriebskostenspiegels liegen". Wir machen daraus eine konkrete Ampel — damit du nicht raten musst.

Grün: bis 2,67 €/m² im Monat. Du liegst im oder unter dem Durchschnitt. Ein kurzer Blick auf die üblichen Fehlerquellen genügt — Wohnfläche, Vorauszahlungen, keine fremden Posten.

Gelb: 2,67 bis 3,00 €/m². Über dem Schnitt, aber noch im Bereich, den Lage und Ausstattung erklären können. Schau dir die drei bis vier größten Positionen an und vergleiche sie mit den Einzelwerten des Betriebskostenspiegels.

Rot: ab 3,00 €/m² im Monat. Das sind gut 12 Prozent über dem Durchschnitt — unsere Auffälligkeitsschwelle. Ab hier lohnt sich eine systematische Prüfung: Entweder steckt ein teures Haus dahinter — oder ein Fehler in der Abrechnung. Die Erfahrung sagt: Häufig ist es beides ein bisschen.

Nimm den Wert aus der Tabelle oben für deine Wohnfläche und lege ihn neben deine Abrechnung. Liegst du bei 80 Quadratmetern über 240 Euro im Monat, also über 2.880 Euro im Jahr? Dann bist du im roten Bereich. Wichtig dabei: Nimm die abgerechneten Gesamtkosten, nicht deine Vorauszahlung — dazu gleich mehr.

Rot heißt nicht automatisch falsch. Rot heißt: Jetzt lohnt sich der Aufwand. Und der Aufwand muss nicht groß sein. Beim Experten-Check lädst du deine Abrechnung hoch, ein Experte rechnet sie persönlich Position für Position nach — für 9,99 Euro statt der rund 49 Euro klassischer Prüfdienste — und zeigt dir in der Regel innerhalb von 24 Stunden ab deiner Einsendung, welche Zahlen auffallen und welche Angaben fehlen. Und wenn alles stimmt, sagen wir dir das auch.


Praxisbeispiel: Was die Abrechnung von Tim und Sara aus Bochum zeigt⁠

Tim und Sara wohnen zu zweit auf 78 Quadratmetern in Bochum. Ihre Nebenkostenabrechnung wies 3.229 Euro Gesamtkosten aus — 3,45 Euro pro Quadratmeter und Monat. Die Tabelle sagte ihnen: Für ihre Wohnungsgröße wären rund 2.500 Euro normal, alles über 2.800 Euro fällt in den roten Bereich. Sie lagen fast 30 Prozent über dem Durchschnitt, in einem Haus aus den Siebzigern ohne Aufzug.

Was den beiden auffiel: Der Hausmeister kostete 0,52 €/m² statt der üblichen 0,37 €/m². Die Gartenpflege war gegenüber dem Vorjahr um das Dreifache gestiegen. Und unter „Versicherungen" standen vier Verträge, einer davon eine Rechtsschutzversicherung.

Was die Zahlen zeigten: Statt tagelang selbst zu recherchieren, buchten sie den Experten-Check für 9,99 Euro und stellten ihre Frage dazu: Liegt das an unserem Haus oder an der Abrechnung? Am Tag nach ihrer Einsendung kam der Report. Er bestätigte die drei Ausreißer mit Zahlen und nannte die Belege, die sie anfordern können: Hausmeisterrechnung, Gartenpflegerechnung und die Versicherungspolicen.

Was sie in den Belegen fanden: Tim und Sara baten um Belegeinsicht (§ 556 Abs. 4 BGB (öffnet in neuem Tab)). In der Hausmeisterrechnung steckten Reparaturen an der Haustür, in der Gartenpflege die Neuanlage eines Staudenbeets, und die Rechtsschutzversicherung schützt den Vermieter. Zusammen machten diese drei Posten 312 Euro ihrer Abrechnung aus. Ohne sie lägen sie bei 3,12 €/m², immer noch knapp über der Rot-Schwelle von 3,00 €/m², aber deutlich näher dran.

Welche dieser Kosten umgelegt werden können, ist eine Rechtsfrage. Als Fundstellen: § 2 Nr. 14 BetrKV (öffnet in neuem Tab) nimmt Instandhaltung und Instandsetzung aus den Hauswartkosten heraus, Nr. 10 nennt die Pflege gärtnerisch angelegter Flächen einschließlich der Erneuerung von Pflanzen, Nr. 13 zählt die Sach- und Haftpflichtversicherungen auf. Ob das im Einzelfall greift, klären Mieterverein oder Fachanwalt für Mietrecht.

Welche Posten die Betriebskostenverordnung aufzählt und welche nicht, erklärt unser Artikel Nicht umlagefähige Nebenkosten — und die Sonderfrage Hausmeister behandelt Hausmeister Nebenkosten: Was darf abgerechnet werden?


Vorauszahlung ist nicht Abrechnung⁠

Ein Denkfehler, der uns immer wieder begegnet: „Ich zahle 180 Euro Nebenkosten im Monat, das ist doch normal." Die 180 Euro sind deine Vorauszahlung — eine Schätzung, die dein Vermieter beim Einzug festgelegt hat. Ob sie zu deinen tatsächlichen Kosten passt, zeigt erst die Jahresabrechnung.

Für den Vergleich mit unseren Tabellen zählt deshalb nur der Jahreswert aus der Abrechnung: die Gesamtkosten, die auf deine Wohnung entfallen, geteilt durch zwölf. Wer nur auf die Vorauszahlung schaut, unterschätzt seine Nebenkosten leicht um mehrere hundert Euro im Jahr — und wundert sich dann über die Nachzahlung.

Umgekehrt gilt: Passt die Vorauszahlung dauerhaft nicht, kann sie angepasst werden. Nach § 560 Abs. 4 BGB (öffnet in neuem Tab) darf nach einer Abrechnung jede Seite die Vorauszahlung auf eine angemessene Höhe anpassen — auch du nach unten, wenn du regelmäßig Guthaben bekommst. Wie das geht, erklärt Nebenkostenvorauszahlung anpassen.

Und noch eine Frist, die du kennen solltest: Einwände gegen die Abrechnung musst du nach § 556 Abs. 3 BGB (öffnet in neuem Tab) innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang mitteilen. Danach ist die Abrechnung in der Regel durch — auch wenn sie Fehler enthält.


Was diese Zahlen für dich bedeuten⁠

Der Quadratmeter-Durchschnitt ist ein Kompass, kein Navi. Er zeigt dir die Richtung — nach oben, nach unten oder Mitte — und du entscheidest, wie genau du hinschaust.

Wohnst du klein, akzeptiere einen etwas höheren Wert pro Quadratmeter, aber prüfe, ob Wasser und Müll nach Verbrauch oder Personen laufen. Wohnst du zu dritt oder zu viert, rechne mit deutlich höheren Wasserkosten und lies die Positionen einzeln statt nur den Schlussbetrag. Und liegst du über 3,00 €/m², frag nicht dich selbst, ob das normal ist — frag die Abrechnung. Sie muss jede Position belegen können.

Ein Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einem festgefahrenen Streit mit der Verwaltung sind ein Mieterverein oder ein Fachanwalt die richtige Adresse.

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Häufige Fragen zu Nebenkosten nach Wohnungsgröße und Haushalt

Wie hoch sind die Nebenkosten für 2 Personen auf 80 qm?
Rechnerisch etwa 214 Euro im Monat oder rund 2.560 Euro im Jahr, wenn du den Durchschnitt von 2,67 €/m² aus dem Betriebskostenspiegel 2024 ansetzt. Davon entfallen etwa 106 Euro auf Heizung und Warmwasser. In einem Neubau mit Aufzug und Hausmeister darfst du eher mit 240 bis 290 Euro rechnen — ab 240 Euro solltest du aber genauer hinschauen.
Was zahlt ein Single im Monat an Nebenkosten?
Für eine typische Singlewohnung mit 40 bis 55 m² liegt der Durchschnitt zwischen 107 und 147 Euro im Monat, alles inklusive. Pro Quadratmeter zahlen Singles oft etwas mehr als Familien, weil Fixkosten wie Aufzug oder Hausmeister auf weniger Fläche verteilt werden. Beim Wasser solltest du dagegen deutlich unter dem Schnitt liegen — sonst prüfen.
Wie viel Nebenkosten sind für eine 3-Zimmer-Wohnung normal?
Eine 3-Zimmer-Wohnung hat meist 70 bis 85 m². Dafür liegt der Durchschnitt bei 187 bis 227 Euro im Monat, etwa die Hälfte davon Heizung und Warmwasser. Liegst du über 210 bis 255 Euro, bist du im roten Bereich unserer Ampel und solltest die einzelnen Posten mit dem Betriebskostenspiegel vergleichen.
Wie viel Nebenkosten zahlt eine Familie mit 4 Personen?
Auf 100 m² sind rund 267 Euro im Monat der Durchschnitt, also etwa 3.200 Euro im Jahr. Bei vier Personen kommen aber spürbar mehr Wasser-, Abwasser- und Warmwasserkosten dazu als bei einem Paar auf derselben Fläche — allein Kalt- und Abwasser schlagen rechnerisch mit rund 64 Euro im Monat zu Buche. Ein Wert leicht über dem Schnitt ist bei Familien deshalb normal.
Welche Nebenkosten steigen mit der Personenzahl?
Vor allem drei: Wasser und Abwasser, Warmwasser und Müll. Alles andere — Grundsteuer, Versicherung, Hausmeister, Aufzug, Gartenpflege — hängt an der Fläche und ändert sich nicht, wenn jemand einzieht. Jede zusätzliche Person kostet grob 15 bis 20 Euro im Monat allein für Kalt- und Abwasser.
Sind 3,50 Euro pro qm Nebenkosten zu viel?
Das sind rund 30 Prozent über dem Durchschnitt und klar im roten Bereich. In einem Neubau mit Aufzug, Tiefgarage und Hausmeister kann das noch erklärbar sein — sonst steckt erfahrungsgemäß oft ein Fehler drin, etwa Reparaturen im Hausmeisterposten oder nicht umlagefähige Versicherungen. Lass die Abrechnung prüfen, bevor du zahlst.
Zählt meine Vorauszahlung oder die Abrechnung für den Vergleich?
Immer die Abrechnung. Deine monatliche Vorauszahlung ist nur eine Schätzung deines Vermieters. Nimm die Gesamtkosten aus der Jahresabrechnung, teile sie durch deine Wohnfläche und durch zwölf — erst dieser Wert lässt sich mit den 2,67 €/m² des Betriebskostenspiegels vergleichen.


Die Durchschnittswerte auf dieser Seite stammen aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (öffnet in neuem Tab) für das Abrechnungsjahr 2024 (veröffentlicht am 18.12.2025) und der DMB-Übersicht „Alle Betriebskostenarten im Überblick" (öffnet in neuem Tab). Alle Werte nach Wohnungsgröße und Haushaltsgröße sind eigene Rechnungen aus diesen Durchschnitten; die Wasserpreise stammen vom Statistischen Bundesamt, der Wasserverbrauch vom BDEW. Sie dienen als Orientierung — individuelle Abweichungen sind normal. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

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HT

Geschrieben von

HeizkostenChecker Team

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Veröffentlicht am 12. September 2026 · Aktualisiert am 26. September 2026

Verantwortlich: Redaktion HeizkostenChecker · So prüfen wir unsere Artikel · Prüfbericht

Themen:Nebenkosten WohnungsgrößeNebenkosten 2 PersonenNebenkosten SingleNebenkosten FamilieBetriebskostenspiegelNebenkostenabrechnung

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