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Heizkosten nach Wohnungsgröße: 40–120 m² Tabelle 2026

Heizkosten für 60, 80 oder 100 m²: Was ist normal pro Jahr und Monat? Tabelle nach Wohnfläche und Heizungsart – plus Ampel, ab wann du prüfen solltest.

HeizkostenChecker Team
Aktualisiert am 18 Min. Lesezeit

1.240 Euro Heizkosten für 58 Quadratmeter. Zu viel? Normal? Woher sollst du das wissen.

Genau hier hakt es bei den meisten Vergleichswerten: Sie nennen dir Euro pro Quadratmeter. Dein Kopf denkt aber in Euro pro Jahr — oder pro Monat, weil die Vorauszahlung monatlich abgeht. Und du willst nicht rechnen, sondern einfach in einer Tabelle nachschauen: 60 m², Gas, wie viel ist okay?

Diese Tabelle bekommst du hier. Für 40 bis 120 Quadratmeter, für Gas, Öl, Fernwärme und Wärmepumpe, mit Jahres- und Monatswerten. Dazu die Antwort auf zwei Fragen, die dabei fast immer aufkommen: Warum zahlen kleine Wohnungen pro Quadratmeter mehr? Und wie viel macht es aus, ob du allein oder zu viert wohnst?

Das Wichtigste in Kürze

  • Für eine 60-m²-Wohnung mit Gas sind rund 605–1.000 € im Jahr (50–84 € im Monat) mittel, für 80 m² 810–1.335 €, für 100 m² 1.010–1.670 € — inklusive Warmwasser.
  • Die Werte sind rechnerisch aus den €/m²-Bereichen des Heizspiegels 2026 (Abrechnungsjahr 2025, co2online) abgeleitet.
  • Fernwärme liegt oft höher, Wärmepumpen deutlich niedriger. Kleine Wohnungen kosten pro m² mehr, große Haushalte treiben vor allem das Warmwasser.
  • Liegst du über der Grenze „erhöht", lohnt ein Blick auf die Abrechnung — dahinter steckt oft kein Heizverhalten, sondern ein Abrechnungsfehler.

Woher die Zahlen kommen — und was sie können⁠

Der Heizspiegel von co2online wertet jedes Jahr zehntausende Heizkostenabrechnungen aus. Er nennt für jeden Energieträger vier Bereiche in Euro pro Quadratmeter: niedrig, mittel, erhöht und zu hoch. „Mittel" heißt dabei: Hier liegen die mittleren 40 Prozent aller ausgewerteten Gebäude. Das ist der Bereich, den du im Alltag „normal" nennen würdest.

Diese Bereiche haben wir für dich mit der Wohnfläche multipliziert. Beispiel Gas, 80 m²: Der mittlere Bereich reicht laut Heizspiegel 2026 von 10,10 bis 16,70 €/m². Mal 80 ergibt 808 bis 1.336 Euro im Jahr. Fertig ist die Zeile. Alle Beträge in den Tabellen sind so entstanden und auf 5 Euro gerundet — sie sind also rechnerisch abgeleitet, keine eigenen Erhebungen von co2online für jede Wohnungsgröße.

Noch ein ehrlicher Hinweis: co2online selbst weist darauf hin, dass die Heizspiegel-Bereiche für das Gesamtgebäude gelten und nicht dafür gedacht sind, den Verbrauch einer einzelnen Wohnung zu bewerten. Unsere Wohnungs-Tabellen sind deshalb eine eigene Orientierungsrechnung von HeizkostenChecker — gut, um Auffälligkeiten zu erkennen, kein amtlicher Grenzwert.

Zwei Dinge musst du dabei im Hinterkopf behalten. Erstens: Die Werte gelten für die Gebäudeklasse 250 bis 500 m² Gesamtwohnfläche, also das typische Mehrfamilienhaus mit vier bis acht Wohnungen. Zweitens: Warmwasser ist enthalten. Wenn deine Abrechnung Heizung und Warmwasser getrennt ausweist, addiere beide Posten, bevor du vergleichst. Welche Ausgabe des Heizspiegels für dein Abrechnungsjahr die richtige ist, klärt unser Artikel Welcher Heizspiegel gilt für meine Abrechnung?.


Heizkosten nach Wohnungsgröße: Die Gas-Tabelle⁠

Gas ist in Deutschland noch immer der häufigste Energieträger im Mehrfamilienhaus. Deshalb zuerst die ausführliche Tabelle für Gasheizungen — mit allen vier Bereichen und dem Monatswert für den mittleren Bereich.

WohnflächeNiedrigMittel (normal)ErhöhtZu hochMittel pro Monat
40 m²bis 405 €405–670 €670–1.020 €ab 1.020 €34–56 €
50 m²bis 505 €505–835 €835–1.275 €ab 1.275 €42–70 €
60 m²bis 605 €605–1.000 €1.000–1.530 €ab 1.530 €50–84 €
70 m²bis 705 €705–1.170 €1.170–1.785 €ab 1.785 €59–97 €
80 m²bis 810 €810–1.335 €1.335–2.040 €ab 2.040 €67–111 €
90 m²bis 910 €910–1.505 €1.505–2.295 €ab 2.295 €76–125 €
100 m²bis 1.010 €1.010–1.670 €1.670–2.550 €ab 2.550 €84–139 €
120 m²bis 1.210 €1.210–2.005 €2.005–3.060 €ab 3.060 €101–167 €

Jahreskosten für Heizung inkl. Warmwasser, rechnerisch abgeleitet aus den €/m²-Bereichen des Heizspiegels 2026 (co2online, Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m²): niedrig bis 10,10 €/m², mittel 10,10–16,70 €/m², erhöht 16,70–25,50 €/m², zu hoch ab 25,51 €/m². Beträge auf 5 Euro gerundet.

Wie liest du das? Nimm die Gesamtsumme aus deiner letzten Abrechnung (Heizung plus Warmwasser) und suche deine Wohnungsgröße. Für eine 80-m²-Wohnung mit Gas sind bis 1.335 Euro im Jahr unauffällig. Zwischen 1.335 und 2.040 Euro liegst du im Bereich „erhöht" — und ab 2.040 Euro gehörst du zu den teuersten zehn Prozent.

Ein Wort zur Referenz: Für eine 70-m²-Wohnung mit Gas nennt co2online für das Abrechnungsjahr 2025 tatsächliche Kosten von 1.170 Euro. Das passt genau zur Obergrenze des mittleren Bereichs in der Tabelle — kein Zufall, denn beide Zahlen stammen aus derselben Datenbasis.

Liegt deine Wohnfläche zwischen zwei Zeilen? Dann rechne selbst: Jahreskosten geteilt durch Quadratmeter, und vergleiche mit den €/m²-Grenzen. Noch schneller geht es mit dem Rechner.

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Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe: Ab wann es „erhöht" wird⁠

Nicht jeder heizt mit Gas. Deshalb hier für alle vier Energieträger die entscheidende Zahl: die Obergrenze des mittleren Bereichs. Bis zu diesem Betrag pro Jahr gilt dein Verbrauch als normal — alles darüber ist „erhöht" und damit prüfenswert.

WohnflächeGasHeizölFernwärmeWärmepumpe
40 m²670 €(56 €)590 €(49 €)740 €(62 €)410 €(34 €)
50 m²835 €(70 €)735 €(61 €)925 €(77 €)510 €(42 €)
60 m²1.000 €(84 €)880 €(74 €)1.110 €(92 €)610 €(51 €)
70 m²1.170 €(97 €)1.030 €(86 €)1.295 €(108 €)715 €(60 €)
80 m²1.335 €(111 €)1.175 €(98 €)1.480 €(123 €)815 €(68 €)
90 m²1.505 €(125 €)1.325 €(110 €)1.665 €(139 €)920 €(76 €)
100 m²1.670 €(139 €)1.470 €(122 €)1.850 €(154 €)1.020 €(85 €)
120 m²2.005 €(167 €)1.765 €(147 €)2.220 €(185 €)1.225 €(102 €)

Obergrenze „mittel" pro Jahr (in Klammern: pro Monat), inkl. Warmwasser. Rechnerisch abgeleitet aus dem Heizspiegel 2026, co2online: Gas 16,70 €/m², Heizöl 14,70 €/m², Fernwärme 18,50 €/m², Wärmepumpe 10,20 €/m². „Zu hoch" beginnt bei Gas ab 25,51 €/m², Öl ab 22,01 €/m², Fernwärme ab 29,71 €/m², Wärmepumpe ab 19,41 €/m².

Zwei Muster fallen sofort auf. Fernwärme darf laut Heizspiegel deutlich teurer sein, bevor sie als erhöht gilt — der mittlere Bereich reicht bis 18,50 €/m². Das liegt an den regional stark schwankenden Preisen und daran, dass du als Mieter den Anbieter nicht wechseln kannst. Was du bei einer Fernwärmeabrechnung trotzdem prüfen kannst, steht in Fernwärme-Abrechnung prüfen.

Wärmepumpen wirken auf dem Papier günstig, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme machen. Für eine 100-m²-Wohnung sind 1.020 Euro im Jahr noch mittel, bei Gas dürfen es 1.670 Euro sein. Achtung aber: Der Bereich „erhöht" ist bei Wärmepumpen sehr breit. Eine schlecht eingestellte Anlage im Altbau kann teurer werden als jede Gasheizung.

Für Gas- und Ölheizungen gehen wir in eigenen Artikeln tiefer: Gasheizung: Kosten pro m² erklärt, wie der Gaspreis in deine Abrechnung kommt.


Wohnungsgröße, Zimmerzahl, Personen: Was zusammengehört⁠

Viele suchen nicht nach Quadratmetern, sondern nach „Heizkosten 3-Zimmer-Wohnung" oder „Heizkosten 2 Personen". Das Problem: Zimmerzahl und Personenzahl sagen für sich genommen wenig über die Kosten aus. Eine 3-Zimmer-Wohnung kann 65 oder 95 m² haben. Trotzdem gibt es typische Kombinationen, mit denen du dich grob einordnen kannst.

WohnflächeTypische WohnungTypischer HaushaltGas: mittel pro Jahr
40–50 m²1–1,5 Zimmer1 Person405–835 €
50–65 m²2 Zimmer1–2 Personen505–1.085 €
65–80 m²2,5–3 Zimmer2 Personen, Paar mit Kind655–1.335 €
80–100 m²3–4 Zimmer3–4 Personen810–1.670 €
100–120 m²4–5 Zimmer, Reihenhaus zur Miete4+ Personen1.010–2.005 €

Zuordnung von Zimmerzahl und Haushaltsgröße: Erfahrungswerte. Kosten rechnerisch aus dem mittleren Bereich des Heizspiegels 2026 (Gas, 10,10–16,70 €/m²).

Wenn du also eine 2-Zimmer-Wohnung mit rund 60 m² hast und mit Gas heizt, sind bis etwa 1.000 Euro im Jahr normal. Ein 2-Personen-Haushalt in einer 75-m²-Wohnung landet mit bis zu 1.255 Euro noch im mittleren Bereich. Und die Familie im 120-m²-Reihenhaus zur Miete sollte bei über 2.005 Euro mit Gas nachrechnen — wobei bei Reihenhäusern die Gebäudeklasse eine andere ist, dazu gleich mehr.


Warum kleine Wohnungen pro Quadratmeter teurer heizen⁠

Wer in einer 45-m²-Wohnung wohnt und 18 €/m² zahlt, ist selten ein Energieverschwender. Kleine Wohnungen haben physikalisch schlechtere Karten — aus zwei Gründen.

Der erste ist der Außenwandanteil. Eine 45-m²-Wohnung hat im Verhältnis zu ihrer Fläche mehr Außenwand, mehr Fensterfläche und oft mehr Ecken als eine 100-m²-Wohnung. Über diese Flächen geht Wärme verloren. Pro Quadratmeter Wohnfläche musst du also mehr Energie nachschieben, um dieselbe Raumtemperatur zu halten.

Der zweite Grund ist die Lage im Haus. Kleine Wohnungen liegen häufig im Dachgeschoss, im Erdgeschoss über dem unbeheizten Keller oder an der Giebelseite. Genau das sind die Lagen mit den höchsten Wärmeverlusten. Eine mittlere Wohnung im zweiten Stock wird dagegen von oben, unten und beiden Seiten von beheizten Nachbarwohnungen „mitgewärmt" — sie braucht spürbar weniger.

Deshalb ist es fair, dass die Heizkostenverordnung nicht alles nach Verbrauch verteilt. Nach § 7 Abs. 1 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) müssen mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Heizkosten nach dem erfassten Verbrauch verteilt werden, der Rest nach Wohn- oder Nutzfläche. Der Flächenanteil gleicht Lage-Nachteile teilweise aus. Für dich heißt das: Liegst du mit einer kleinen Dachgeschosswohnung leicht im Bereich „erhöht", ist das oft erklärbar. Liegst du deutlich darüber, eher nicht.

Was Abrechnungen bei diesem Verteilerschlüssel falsch machen und wie du das erkennst, erklärt Verteilerschlüssel Heizkosten.


Warum die Haushaltsgröße vor allem das Warmwasser treibt⁠

Ob du allein oder zu viert in 90 m² wohnst, ändert an der Raumheizung wenig. Die Räume sind gleich groß, die Wände gleich kalt, und vier Menschen heizen nicht doppelt so viel wie zwei. Ein Unterschied entsteht höchstens dadurch, dass in einem vollen Haushalt öfter jemand zu Hause ist und die Heizung länger läuft.

Beim Warmwasser sieht es ganz anders aus. Duschen, Baden, Händewaschen, Spülen — das skaliert fast linear mit der Personenzahl. Vier Personen verbrauchen grob das Doppelte von zwei. Und weil Warmwasser in einem durchschnittlichen Mehrfamilienhaus ein Fünftel bis ein Viertel der gesamten Heizkosten ausmacht, macht sich das bemerkbar.

Ein Rechenbeispiel: Zwei 80-m²-Wohnungen im selben Haus, dieselbe Raumtemperatur. In der einen wohnt eine Person, in der anderen eine vierköpfige Familie. Die Familie zahlt allein beim Warmwasser leicht 150 bis 250 Euro mehr im Jahr — und rutscht damit in der Tabelle vom mittleren in den erhöhten Bereich, obwohl niemand zu warm heizt.

Der Fairness-Mechanismus ist auch hier gesetzlich geregelt: § 8 Abs. 1 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) verlangt, dass 50 bis 70 Prozent der Warmwasserkosten nach erfasstem Verbrauch verteilt werden. Wohnst du allein und zahlst trotzdem einen hohen Warmwasseranteil, lohnt es sich, den Wasserzähler und die Aufteilung zu prüfen. Wie das geht, steht in Warmwasserkosten in der Abrechnung.


Zwei Faktoren, die die Tabelle verschieben⁠

Bevor du aus einem Tabellenwert eine Nachricht an deine Hausverwaltung machst, lohnt der Blick auf zwei Einflussgrößen, die der Heizspiegel selbst nennt.

Die Gebäudeklasse. Unsere Tabellen nutzen die Klasse 250 bis 500 m² Gesamtwohnfläche. In kleineren Gebäuden (80 bis 150 m², etwa das Zweifamilienhaus oder Reihenhaus) gelten für Gas leicht andere Grenzen: Der mittlere Bereich reicht dort bis 15,70 €/m², „zu hoch" beginnt erst ab 27,21 €/m². In sehr großen Wohnanlagen über 500 m² endet der mittlere Bereich bei 16,50 €/m². Die Unterschiede sind moderat, können dich aber an der Grenze zwischen zwei Bereichen hin- und herschieben. Für das Reihenhaus aus der dritten Tabelle heißt das: 2.005 Euro sind dort eher die Obergrenze, die tatsächliche Grenze zu „erhöht" liegt bei rund 1.885 Euro (15,70 €/m² mal 120).

Der Klimafaktor. Ein kalter Winter im Erzgebirge ist etwas anderes als ein milder in Köln. Der Heizspiegel mittelt über ganz Deutschland — deine Region kann deutlich kälter oder milder sein, und deine Abrechnung bildet genau dieses lokale Wetter ab. Wohnst du in einer kalten Region und war der Winter hart, darf dein Wert etwas über der Tabelle liegen. Wie stark dein Wohnort die Abrechnung beeinflusst, zeigt Heizkosten regional.

Und noch ein dritter Punkt, der oft übersehen wird: Der Gebäudezustand. Ein unsanierter Altbau aus den 1950ern verbraucht leicht das Doppelte eines Gebäudes nach Wärmeschutzverordnung 1995. Der Heizspiegel mittelt über alle Baujahre. Liegst du im Altbau leicht über „mittel", ist das erklärbar. Aber: Die Dämmung erklärt einen hohen Verbrauch — nicht einen falschen Verteilerschlüssel oder eine falsche Wohnfläche.


Ampel: Wann du handeln solltest⁠

Aus den Tabellen ergibt sich eine einfache Logik, die du auf jede Abrechnung anwenden kannst.

Grün — niedrig oder mittel. Deine Kosten liegen bis zur Obergrenze „mittel". Alles gut. Ein kurzer Blick auf Wohnfläche und Vorauszahlung schadet trotzdem nicht, aber du musst nicht tief einsteigen.

Gelb — erhöht. Du liegst über der Grenze „mittel", aber unter „zu hoch". Hier lohnt sich eine Prüfung, denn jetzt entscheidet sich, ob es am Gebäude liegt oder an der Abrechnung. Stimmt die Wohnfläche mit dem Mietvertrag überein? Liegt der Verteilerschlüssel im Rahmen von 50 bis 70 Prozent Verbrauch? Ist dein Verbrauch gemessen oder geschätzt?

Rot — zu hoch. Du gehörst zu den teuersten zehn Prozent. Das ist selten allein durch Gebäude oder Klima erklärbar. Hier lohnen Belegeinsicht und ein genauer Blick auf die Abrechnung. Wie du prüfst, ob ein hoher Verbrauch überhaupt plausibel ist, zeigt unser Artikel Heizverbrauch viel höher als der Durchschnitt?.

Und der Satz, den du dir merken solltest: Zu hoch heißt nicht immer zu viel geheizt. Erfahrungsgemäß steckt hinter einem Ausreißer häufig kein Verbrauchsproblem, sondern ein Rechenproblem — ein falscher Flächenanteil, ein verschobener Verteilerschlüssel, ein Posten, der gar nicht auf die Abrechnung gehört. Die häufigsten Fälle findest du in Die 7 häufigsten Fehler in Heizkostenabrechnungen.


Praxisbeispiel: Wie Leonie ihre 58 m² nachgerechnet hat⁠

Leonie aus Hannover wohnt in einer 58-m²-Wohnung im dritten Stock eines Sechsparteienhauses mit Gaszentralheizung. Ihre Abrechnung für 2024: 1.240 Euro für Heizung und Warmwasser. Im Vorjahr waren es 980 Euro gewesen.

Ihre Rechnung: 1.240 € ÷ 58 m² = 21,38 €/m²

Im Heizspiegel 2025, der zu ihrer Abrechnung für 2024 passt, endete der mittlere Bereich für Gas bei 14,70 €/m², „zu hoch" begann bei 22,31 €/m². Leonie lag ganz oben im Bereich „erhöht" — knapp unter Rot. Für eine mittlere Etagenwohnung, in der sie allein lebt und viel unterwegs ist, passte das nicht.

Was die Zahlen zeigten: Sie ließ die Abrechnung im Experten-Check nachrechnen. Der Verteilerschlüssel lag mit 60 Prozent nach Verbrauch und 40 Prozent nach Fläche in der Spanne von 50 bis 70 Prozent, die § 7 Abs. 1 HeizkostenV (öffnet in neuem Tab) nennt. Auffällig war die Fläche: Die Abrechnung rechnete mit 64 m², im Mietvertrag standen 58 m². Bei einer Gesamtfläche von 410 m² war ihr Flächenanteil damit um gut zehn Prozent zu groß (64 statt 58 m²). Außerdem war der Verbrauch eines Heizkörpers als „geschätzt" ausgewiesen, ohne dass ein Grund dabeistand.

Was Leonie tat: Sie schrieb der Hausverwaltung, nannte die abweichende Fläche und bat um die Ablesebelege und eine Erläuterung zur Schätzung (§ 556 Abs. 4 BGB (öffnet in neuem Tab)). Die Verwaltung korrigierte die Wohnfläche und rechnete den Heizkörper anhand der Vorjahreswerte neu. Die neue Abrechnung: 1.030 Euro, also 17,76 €/m². Das ist immer noch „erhöht", aber jetzt stimmt die Grundlage. Ob eine Schätzung im Einzelfall zulässig war, ist eine Rechtsfrage. Das klären Mieterverein oder Fachanwalt für Mietrecht.

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Ausblick: Was für das Abrechnungsjahr 2026 zu erwarten ist⁠

Die Tabellen oben gelten für das Abrechnungsjahr 2025. Für 2026 hat co2online im Heizspiegel 2026 eine Prognose veröffentlicht — und die fällt je nach Energieträger sehr unterschiedlich aus: Bei Gas rechnet co2online mit einer leichten Entlastung auf rund 1.120 Euro für die 70-m²-Referenzwohnung statt 1.170 Euro, ein Minus von 4 Prozent, vor allem weil die Gasspeicherumlage wegfällt. Heizöl soll dagegen um 24 Prozent auf 1.275 Euro steigen, Fernwärme um 1 Prozent auf 1.310 Euro, die Wärmepumpe um 3 Prozent auf 735 Euro.

Das ist eine Prognose, keine gemessene Zahl. Aber sie hilft dir beim Einordnen: Bekommst du eine Abrechnung für 2026 mit Öl, darfst du grob ein Viertel mehr als in der Tabelle erwarten, ohne dass etwas faul sein muss. Aus den 1.175 Euro Obergrenze für 80 m² werden dann etwa 1.455 Euro. Der Heizspiegel mit den gemessenen Werten für 2026 erscheint voraussichtlich im Herbst 2027 — wir aktualisieren die Werte dann unter Vergleichswerte.

Was sich dagegen nicht ändert: der Verteilerschlüssel, deine Wohnfläche, die Regeln für Schätzungen. Steigende Preise sind ein Grund für höhere Zahlen. Sie sind kein Grund, eine Abrechnung ungeprüft zu bezahlen.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. In komplexen Fällen sind ein Fachanwalt oder der Mieterverein die richtige Adresse.


Häufige Fragen zu Heizkosten nach Wohnungsgröße

Wie hoch sind normale Heizkosten für eine 80-qm-Wohnung?
Mit Gasheizung sind laut Heizspiegel 2026 rund 810 bis 1.335 Euro im Jahr mittel, also etwa 67 bis 111 Euro im Monat — inklusive Warmwasser. Bei Fernwärme dürfen es bis 1.480 Euro sein, bei einer Wärmepumpe sind schon 815 Euro die Obergrenze. Liegst du darüber, lohnt sich ein Blick auf die Abrechnung.
Was kostet das Heizen einer 60-qm-Wohnung im Monat?
Bei Gas ungefähr 50 bis 84 Euro im Monat, wenn du im mittleren Bereich liegst. Das entspricht 605 bis 1.000 Euro im Jahr. Deine monatliche Vorauszahlung sollte in dieser Größenordnung liegen — ist sie deutlich niedriger, droht eine Nachzahlung.
Sind 100 Euro Heizkosten im Monat für eine 3-Zimmer-Wohnung zu viel?
Kommt auf die Fläche an. Bei 80 m² mit Gas liegst du mit 1.200 Euro im Jahr noch im Bereich 'mittel' (bis 1.335 Euro). Bei 65 m² wären dieselben 1.200 Euro schon über der Grenze 'mittel' (1.085 Euro), also im Bereich 'erhöht'. Rechne deshalb immer mit der tatsächlichen Wohnfläche aus dem Mietvertrag.
Warum zahle ich in meiner kleinen Wohnung mehr pro Quadratmeter als mein Nachbar?
Weil kleine Wohnungen im Verhältnis mehr Außenwand haben und oft ungünstig liegen — Dachgeschoss, Erdgeschoss oder Giebelseite. Dort geht mehr Wärme verloren. Ein leicht höherer Wert pro Quadratmeter ist deshalb normal. Liegst du aber weit über dem Bereich 'erhöht', erklärt die Lage das nicht mehr.
Wie viel mehr Heizkosten hat ein 4-Personen-Haushalt gegenüber 2 Personen?
Bei der Raumheizung kaum etwas, denn die Wohnung ist gleich groß. Der Unterschied steckt im Warmwasser: Vier Personen duschen und spülen grob doppelt so viel. In einer 80-m²-Wohnung macht das schnell 150 bis 250 Euro im Jahr aus. Wohnst du allein und zahlst trotzdem viel Warmwasser, prüfe die Aufteilung.
Gelten die Werte auch für ein gemietetes Haus mit 120 qm?
Nur eingeschränkt. Unsere Tabellen nutzen die Gebäudeklasse 250 bis 500 m² Gesamtfläche, also das Mehrfamilienhaus. Für ein Einzel- oder Reihenhaus mit 80 bis 150 m² endet der mittlere Bereich bei Gas schon bei 15,70 €/m², also rund 1.885 Euro für 120 m². Freistehende Häuser haben außerdem mehr Außenwand und liegen oft höher.
Meine Kosten liegen im Bereich 'erhöht' — was mache ich jetzt?
Drei Dinge nachschauen: Stimmt die Wohnfläche mit dem Mietvertrag überein? Liegt der Verteilerschlüssel bei 50 bis 70 Prozent Verbrauch? Ist dein Verbrauch gemessen oder geschätzt? Willst du das nicht selbst durchgehen, rechnen wir beim Experten-Check deine Abrechnung für 9,99 € nach und zeigen dir, welche Zahlen auffallen und welche Angaben fehlen.


Alle Vergleichswerte stammen aus dem Heizspiegel 2026 (co2online, Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m², inkl. Warmwasser). Die Beträge je Wohnungsgröße sind rechnerisch aus den €/m²-Bereichen abgeleitet und auf 5 Euro gerundet. Sie dienen als Orientierung — individuelle Abweichungen sind möglich.

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Geschrieben von

HeizkostenChecker Team

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Veröffentlicht am 6. September 2026 · Aktualisiert am 26. September 2026

Verantwortlich: Redaktion HeizkostenChecker · So prüfen wir unsere Artikel · Prüfbericht

Themen:Heizkosten WohnungsgrößeHeizkosten 80 qmHeizkosten 60 qmHeizkosten pro MonatHeizspiegelHeizkostenabrechnung

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