Heizen mit Gas ist wieder teurer geworden: Laut Heizspiegel 2026 kostete eine 70-m²-Wohnung im Abrechnungsjahr 2025 rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Wenn du zu den rund 50 Prozent der deutschen Haushalte gehörst, die mit Gas heizen, fragst du dich vielleicht: Sind meine Heizkosten eigentlich normal? In diesem Artikel erfährst du, was Heizen mit Gas pro Quadratmeter kostet, wie du deine Kosten einordnest und wo du sparen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Gaskosten im Abrechnungsjahr 2025: 1.170 € für 70 m² (rechnerisch 16,71 €/m²), Prognose 2026: ca. 1.120 € (−4 %)
- Niedrig: bis 10,10 €/m² – Mittel (normal): 10,10–16,70 €/m² – Erhöht: 16,70–25,50 €/m²
- Zu hoch: ab 25,51 €/m² – hier solltest du handeln
- CO2-Preis 2026: Versteigerung im Korridor 55–65 €/Tonne; auf Gasrechnungen gilt 2026 der Rechenwert 60 €/Tonne (rund 1,2 Ct/kWh ohne Mehrwertsteuer)
- Heizkosten mit Gas 2025: +14 % gegenüber 2024 (Heizspiegel 2026)
Aktuelle Gaspreise 2026: Was kostet die kWh?
Die Gaspreise haben in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt hingelegt. Nach der Preisexplosion 2022 durch den Ukraine-Krieg und der Gaspreisbremse 2023 blieben sie 2024 und 2025 etwa auf demselben Niveau. 2026 ziehen die Beschaffungskosten laut BDEW seit Jahresbeginn wegen des Iran-Kriegs wieder an; im Jahresdurchschnitt liegt der Preis bisher aber noch nicht über dem Vorjahr.
Preisentwicklung im Überblick
| Jahr | 1. Halbjahr (Ct/kWh) | 2. Halbjahr (Ct/kWh) |
|---|---|---|
| 2021 | 6,41 | 6,83 |
| 2022 | 8,04 | 9,34 |
| 2023 | 12,26 (mit Preisbremse) | 11,41 |
| 2024 | 11,87 | 12,28 |
| 2025 | 12,13 | 12,23 |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Erdgaspreise für private Haushalte (öffnet in neuem Tab), Durchschnitt aller Verbrauchsklassen inkl. Steuern und Abgaben. Neuester Wert: 2. Halbjahr 2025 (veröffentlicht März 2026), für 2026 liegt noch kein Destatis-Wert vor.
Für 2026 gibt es bisher nur Tarifauswertungen: Laut BDEW-Gaspreisanalyse August 2026 (öffnet in neuem Tab) kostet Gas 2026 bislang durchschnittlich 11,93 Ct/kWh im Einfamilienhaus (20.000 kWh im Jahr) und 11,17 Ct/kWh im Mehrfamilienhaus (80.000 kWh), jeweils mit anteiligem Grundpreis. Der BDEW wertet dafür abschließbare Tarife aus, nicht bestehende Verträge.
Woraus setzt sich der Gaspreis zusammen?
Deine Gasrechnung besteht aus mehreren Komponenten:
- Arbeitspreis: das zahlst du pro verbrauchter Kilowattstunde
- Grundpreis: feste Kosten unabhängig vom Verbrauch
- CO2-Anteil: rechnerisch rund 1,2 Ct/kWh ohne Mehrwertsteuer bei 60 €/Tonne CO2 (Stand 2026)
- Netzentgelte und Steuern: im Arbeitspreis enthalten
Nach der BDEW-Analyse entfällt knapp die Hälfte des Gaspreises auf Beschaffung und Vertrieb, etwa ein Fünftel auf Netzentgelte und rund 30 % auf Steuern, Abgaben und Umlagen (Stand August 2026).
So ergibt sich der CO2-Anteil: Erdgas verursacht rund 0,2 kg CO2 pro kWh. Bei 60 €/Tonne sind das 0,2 kg × 0,06 €/kg = 1,2 Ct/kWh ohne Mehrwertsteuer (bei 55 €/Tonne im Jahr 2025 waren es 1,1 Ct/kWh). Den genauen Betrag muss der Gasversorger auf seiner Rechnung ausweisen, zusammen mit der CO2-Menge in Kilogramm (§ 3 CO2KostAufG (öffnet in neuem Tab)).
Der CO2-Preis ist in den letzten Jahren gestiegen: 2024 lag er bei 45 €/Tonne, 2025 bei 55 €/Tonne (§ 10 BEHG (öffnet in neuem Tab)). Seit 2026 werden die Zertifikate in einem Preiskorridor von 55 bis 65 €/Tonne versteigert; die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 (öffnet in neuem Tab) endete beim Höchstpreis von 65 €. Für den CO2-Anteil auf Rechnungen und für die CO2-Kostenaufteilung zählt 2026 der Mittelwert des Korridors, also 60 €/Tonne (öffnet in neuem Tab) (§ 4 CO2KostAufG (öffnet in neuem Tab)). Das macht sich auf der Rechnung bemerkbar.
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Gasheizung: Kosten pro m² – Die Vergleichstabelle
Wie viel darfst du für eine Gasheizung pro Quadratmeter ausgeben? Der Heizspiegel 2026 von co2online (öffnet in neuem Tab) liefert aktuelle Vergleichswerte für Deutschland.
Heizkosten-Ampel für Gas (Heizspiegel 2026)
| Bewertung | €/m² pro Jahr | 70m²-Wohnung | 100m²-Wohnung |
|---|---|---|---|
| Niedrig | bis 10,10 € | bis 705 € | bis 1.010 € |
| Mittel (normal) | 10,10–16,70 € | 705–1.170 € | 1.010–1.670 € |
| Erhöht | 16,70–25,50 € | 1.170–1.785 € | 1.670–2.550 € |
| Zu hoch | ab 25,51 € | über 1.785 € | über 2.550 € |
Quelle: Heizspiegel 2026, co2online / Deutscher Mieterbund, Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m², inkl. Warmwasser. €/m²-Durchschnitt rechnerisch aus den 70-m²-Kosten abgeleitet.
Die Vergleichswerte aller Heizarten und ihre Entwicklung der letzten Jahre findest du im Heizspiegel 2026 im Überblick.
Im Abrechnungsjahr 2025 kostete Gas für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus im Schnitt 1.170 € – rechnerisch 16,71 €/m², also rund 98 € pro Monat. Für 2026 rechnet co2online mit etwa 1.120 € (−4 %), vor allem weil die Gasspeicherumlage wegfällt – eine Prognose, kein Abrechnungswert.
Faktoren, die deine Gaskosten beeinflussen
Warum zahlt dein Nachbar vielleicht weniger – oder mehr – als du?
- Gebäudealter und Dämmung: Ein schlecht gedämmter Altbau verbraucht deutlich mehr als ein Neubau
- Dein Heizverhalten: Jedes Grad weniger spart etwa 6% Heizkosten
- Lage der Wohnung: Erdgeschoss und Dachgeschoss brauchen mehr Heizenergie
- Gastarif: Je nach Anbieter variieren die Preise erheblich
- CO2-Kostenaufteilung: Seit 2023 trägt der Vermieter je nach CO2-Ausstoß des Gebäudes 0 bis 95 % der CO2-Kosten
Rechenbeispiel: Was kostet eine 70m²-Wohnung?
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an:
- Wohnfläche: 70 m²
- Durchschnittliche Kosten (Abrechnungsjahr 2025): rechnerisch 16,71 €/m²
- Jahreskosten: 70 × 16,71 € = 1.170 €
- Monatliche Kosten: ca. 98 € (Prognose 2026: ca. 1.120 € bzw. 93 € pro Monat)
Gaskosten nach Wohnungsgröße: pro Jahr und pro Monat
Mit demselben Durchschnitt von 16,71 €/m² kommst du für andere Wohnungsgrößen auf diese Werte:
| Wohnfläche | Gaskosten pro Jahr | Gaskosten pro Monat |
|---|---|---|
| 50 m² | ca. 836 € | ca. 70 € |
| 60 m² | ca. 1.003 € | ca. 84 € |
| 70 m² | ca. 1.170 € | ca. 98 € |
| 80 m² | ca. 1.337 € | ca. 111 € |
| 100 m² | ca. 1.671 € | ca. 139 € |
| 120 m² | ca. 2.005 € | ca. 167 € |
| 150 m² | ca. 2.507 € | ca. 209 € |
Rechnerisch hochgerechnet aus dem Heizspiegel 2026 (Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m², inkl. Warmwasser). Deine tatsächlichen Kosten hängen von Gebäude, Verbrauch und Tarif ab.
Liegt deine monatliche Heizkostenvorauszahlung deutlich darüber? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf deine Abrechnung.
Gasverbrauch berechnen: Die Formel
Auf deiner Abrechnung oder am Gaszähler siehst du oft Kubikmeter (m³) statt Kilowattstunden. So rechnest du um:
Vom Kubikmeter zur Kilowattstunde
1 m³ Erdgas ≈ 10 kWh (Brennwert)
Der genaue Wert hängt von der Gasqualität ab und steht auf deiner Rechnung. Als Faustregel kannst du aber mit dem Faktor 10 rechnen.
Die Formel für deine Heizkosten
Heizkosten = Gasverbrauch (kWh) × Arbeitspreis (€/kWh) + Grundpreis
Schritt-für-Schritt-Berechnung
- Gasverbrauch ablesen: z.B. 1.200 m³ pro Jahr
- In kWh umrechnen: 1.200 × 10 = 12.000 kWh
- Mit Arbeitspreis multiplizieren: 12.000 × 0,11 €/kWh = 1.320 €
- Grundpreis addieren: 1.320 € + 150 € = 1.470 €
- Kosten pro m² berechnen: 1.470 € ÷ 70 m² = 21 €/m²
In diesem Beispiel lägen die Kosten im erhöhten Bereich – hier solltest du prüfen, woran das liegt.
Warum sind meine Gaskosten zu hoch?
Wenn deine Gaskosten über dem Durchschnitt liegen, kann das verschiedene Gründe haben:
Grund 1: Schlechte Gebäudedämmung
Das ist der häufigste Grund für hohe Heizkosten – und leider hast du als Mieter kaum Einfluss darauf. Ein Blick in den Energieausweis des Gebäudes verrät dir, wie effizient dein Haus ist:
- Energieeffizienzklasse A–C: Gut gedämmt
- Energieeffizienzklasse D–E: Durchschnitt
- Energieeffizienzklasse F–H: Hoher Energieverbrauch zu erwarten
Grund 2: Falsches Heizverhalten
Kleine Änderungen können viel bewirken:
- Zu hohe Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart 6%
- Dauerlüften: Gekippte Fenster kühlen die Wände aus
- Zugestellte Heizkörper: Möbel und Vorhänge blockieren die Wärme
Grund 3: Ungünstiger Gastarif
Bei einer Zentralheizung wählt dein Vermieter den Tarif – du hast keinen Einfluss. Bei einer Gasetagenheizung mit eigenem Zähler kannst du selbst wechseln und oft 100–300 € pro Jahr sparen.
Grund 4: Fehler in der Abrechnung
Das wird oft übersehen: Viele Heizkostenabrechnungen enthalten Fehler. Typische Probleme:
- Falsche Wohnfläche in der Abrechnung
- Falscher Verteilerschlüssel
- Nicht umlagefähige Kosten (z.B. Reparaturen statt Wartung)
- Fehlende Verbrauchserfassung → 15%-Kürzungsrecht
Grund 5: CO2-Kosten nicht korrekt aufgeteilt
Seit 2023 gilt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz: Je nach Energieeffizienz des Gebäudes muss dein Vermieter 0–95% der CO2-Kosten tragen (Stufenmodell mit 10 Stufen, höchste Stufe ab 52 kg CO2/m²/Jahr). In schlecht gedämmten Häusern kann das schnell 100–200 € pro Jahr ausmachen.
Ein Blick in die Abrechnung lohnt sich: Ist ein Vermieteranteil an den CO2-Kosten ausgewiesen? Fehlt er, ist das ein Punkt für eine Rückfrage beim Vermieter. Mehr dazu in unserem Artikel zur CO2-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter.
Gas-Heizkosten senken: Tipps für Mieter
Du kannst deine Gaskosten auch ohne Eingriff in die Heizungsanlage reduzieren:
Sofort-Tipps ohne Kosten
- Raumtemperatur um 1°C senken: Spart etwa 6% Heizkosten
- Heizkörper entlüften: Gluckernde Heizkörper heizen ineffizient
- Stoßlüften statt Kipplüften: 5–10 Minuten bei weit geöffneten Fenstern
- Thermostatventile bewusst nutzen: Nicht voll aufdrehen, Stufe 3 = ca. 20°C
- Türen zu kälteren Räumen schließen: Verhindert Wärmeabfluss
Bei eigener Gasetagenheizung
Wenn du einen eigenen Gaszähler hast, kannst du den Anbieter wechseln:
- Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox nutzen
- Auf Vertragslaufzeit und Preisgarantie achten
- Mögliche Ersparnis: 100–300 € pro Jahr
In der Heizkostenabrechnung
- Heiznebenkosten prüfen: Nur Wartung ist umlagefähig, nicht Reparaturen
- CO2-Kosten-Aufteilung kontrollieren: Ist der Vermieteranteil abgezogen?
- Verbrauchserfassung prüfen: Ohne verbrauchsabhängige Abrechnung sieht § 12 HeizkostenV ein Kürzungsrecht von 15 % vor
Mehr Tipps findest du in unserem ausführlichen Ratgeber Heizkosten sparen: Tipps für Mieter.
Gasheizung vs. andere Heizarten im Vergleich
Wie schneidet Gas im Vergleich zu anderen Heizungsarten ab? Hier die aktuellen Durchschnittswerte aus dem Heizspiegel 2026:
Kostenvergleich aller Heizarten (€/m² pro Jahr)
| Heizart | Ø 70 m² (rechnerisch €/m²) | Niedrig | Zu hoch |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 1.170 €(16,71 €) | bis 10,10 € | ab 25,51 € |
| Heizöl | 1.030 €(14,71 €) | bis 10,30 € | ab 22,01 € |
| Fernwärme | 1.295 €(18,50 €) | bis 8,20 € | ab 29,71 € |
| Wärmepumpe | 715 €(10,21 €) | bis 6,40 € | ab 19,41 € |
| Holzpellets | 735 €(10,50 €) | bis 6,50 € | ab 16,71 € |
Quelle: Heizspiegel 2026, co2online / Deutscher Mieterbund, Abrechnungsjahr 2025, Gebäudeklasse 250–500 m², inkl. Warmwasser. €/m²-Durchschnitt rechnerisch aus den 70-m²-Kosten abgeleitet.
Was bedeutet das?
- Gas liegt im Mittelfeld – teurer als Wärmepumpe und Pellets, günstiger als Fernwärme
- Öl war 2025 günstiger als Gas (1.030 € gegenüber 1.170 €), für 2026 erwartet co2online bei Öl aber ein Plus von 24 %
- Wärmepumpen sind langfristig am günstigsten, aber nur in gut gedämmten Gebäuden effizient
- Fernwärme ist regional sehr unterschiedlich – in manchen Städten günstig, in anderen teuer
Mehr Details findest du in unserem Überblicksartikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.
Häufige Fragen zu Gasheizungskosten
Was kostet Gas pro Quadratmeter 2026?
Wie viel Gas verbraucht eine 70m²-Wohnung?
Warum sind meine Gaskosten höher als beim Nachbarn?
Kann ich als Mieter den Gastarif wechseln?
Wie viel vom CO2-Preis muss mein Vermieter zahlen?
Über dem Durchschnitt? Finde heraus, woran es liegt.
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